Fäkaler Mikrobiomtransfer gegen C. difficile: Real-World-Daten aus US-Registerstudie belegen Nutzen

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Am 1. Oktober hat die American Gastroenterological Association (AGA) die ersten Ergebnisse aus dem US-amerikanischen AGA-Register zum Fäkalen Mikrobiomtransfer (FMT) veröffentlicht. Dabei handelt es sich der AGA zufolge um die größten Real-World-Untersuchung zur Sicherheit und Wirksamkeit des FMT.

Die Experten berichten, dass die FMT bei 90 Prozent aller in das Register eingeschlossenen Patienten (20 Studienstandorte in Nordamerika) zu einer Heilung von Infektionen mit Clostridioides difficile (C. difficile) führte. Schwerwiegende Nebenwirkungen wurden demnach nur wenige beobachtet.

„Während der Nutzen einer Transplantation von Mikrobiota aus menschlichem Stuhl zur Behandlung einer wiederkehrenden C.-difficile-Infektion aus wissenschaftlichen Studien abzulesen ist, sind die möglichen Langzeitfolgen einer Veränderung der Darmmikrobiota eines Patienten noch nicht vollständig bekannt“, sagt Dr. Colleen R. Kelly von der Brown University in Providence (USA), eine der leitenden Forscher des AGA FMT National Registry. „Die Veröffentlichung der ersten Ergebnisse des nationalen AGA FMT-Registers ist ein wichtiger Schritt, um das tatsächliche Risiko und den tatsächlichen Nutzen von Mikrobiota-Therapien in der Praxis zu verstehen.“

In dem aktuellen Bericht werden die Wirksamkeits- und Sicherheitsergebnisse der ersten 259 Patienten aufgeführt, die zwischen Dezember 2017 und September 2019 in das Register aufgenommen wurden. Bei fast allen Teilnehmern wurden fäkales Mikrobiom von anonymen Spendern transferiert, das von Stuhlbanken stammte. Die am häufigsten angewandte Methode der FMT war die Koloskopie, gefolgt von der Endoskopie. Von den 222 Teilnehmern, die nach einem Monat nachuntersucht werden konnten, wurde bei 200 (90%) die C.-difficile-Infektion als geheilt betrachtet. Bei 197 von ihnen war nur eine einzige FMT dafür nötig gewesen. Bei 11 Teilnehmern wurden Infektionen festgestellt, doch nur in zwei Fällen ging man davon aus, dass sie auch nur möglicherweise mit der FMT zusammenhingen.

Das Ansprechen auf die FMT wurde als dauerhaft angesehen, wobei nur bei vier Prozent der Patienten in den sechs Monaten nach erfolgreicher FMT erneut eine C.-difficile-Infektion auftrat.

Die Autoren betonen, dass ihre Daten Patienten mit Komorbiditäten wie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und einem immungeschwächten Status umfassen – Patienten, die normalerweise von klinischen FMT-Studien ausgeschlossen seien.

„Diese ersten Ergebnisse zeigen eine hohe Erfolgsrate der FMT in der Praxis. Wir werden diese Patienten zehn Jahre lang weiter beobachten, um die langfristige Sicherheit zu bewerten, die für die Bestimmung des vollständigen Sicherheitsprofils von FMT von entscheidender Bedeutung ist,“ fügt Kelly hinzu.