Fake News: Welches Ausmaß eine Falschmeldung auf die HPV-Impfrate haben kann

Foto: Heather Hazzan/University of North Carolina at Chapel Hill

In den Jahren 2013 bis 2016 kursierte in den dänischen Medien eine Falschinformation bezüglich der HPV-Impfung bei Mädchen. Daher hatten Gesundheitsbehörden in 2017 eine Kampagne gestartet, um Patientinnen aufzuklären. Eine Studie hat sich nun mit den Folgen beschäftigt. Das ernüchternde Fazit: Gebracht hat die Kampagne nur wenig.

Laut den Untersuchungen, die von Forschern an der University of North Carolina at Chapel Hill, USA, durchgeführt wurden, blieben aufgrund der Faschlmeldung etwa 26.000 dänische Mädchen ungeimpft. Die Impfrate fiel um 50,4%.

Etwa 33.000 Mädchen kommen jedes Jahr in Dänemark zur Welt. Bei den ungeimpften Mädchen könnten demzufolge bis zu 180 vermeidbare Fälle von Zervixkarzinomen auftreten sowie 45 krebsbezogene Todesfälle.

Nach der Aufklärungskampagne sei die Impfrate zwar wieder gestiegen, doch sie liegt weiterhin unter dem Niveau vor der Falschinformation, berichten die Wissenschaftler um Leitautor Prof. Peter R. Hansen. “Dänemark ist eine gute Fallstudie bezüglich des Umgangs mit Falschinformationen zu Impfungen”, erklärt er in einer Pressemtteilung der Universität. “Medienberichte mit unvollständigen Informationen können HPV-Impfraten um die Hälfte senken. Sich davon zu erholen dauert lange und kostet viel Geld.”

Noel Brewer, Ko-Autor der Studie, ergänzt: “Wenn die Impfrate stark absinkt, ist es meistens weil eine unbegründete Angst umgeht. In Japan sank die HPV-Impfrate beispielsweise von 70& auf 7% innerhalb eines Jahres ab. Auch in anderen Ländern haben wir Ähnliches beobachtet, und in allen Fällen gab es unbegründete Sorgen bezüglich der Sicherheit des Impfstoffes.”

Die vollständigen Studienergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe des Fachblattes “Vaccine” erschienen.