Falling Walls Foundation: Bessere Mukoviszidose-Behandlung ist Science Breakthrough of the Year8. November 2022 Marcus Mall (Foto: © Charité/Wiebke Peitz) Die Falling Walls Foundation hat die Forschungsleistung von Prof. Marcus Mall von der Charité – Universitätsmedizin Berlin zum Thema Mukoviszidose als Science Breakthrough of the Year 2022 im Bereich Lebenswissenschaften ausgezeichnet. Dem Direktor der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie, Immunologie und Intensivmedizin ist es zusammen mit seinem Team und internationalen Partnern gelungen, die Behandlung der Mukoviszidose durch einen neuen, ursächlich wirkenden Therapieansatz erheblich zu verbessern. Mall hat mit seiner Arbeit maßgeblich dazu beigetragen, den Krankheitsmechanismus der Mukoviszidose zu entschlüsseln und die erste hochwirksame, ursächlich wirkende Therapie zu entwickeln: Seit August 2020 ist in Europa eine Kombination aus drei CFTR-Modulatoren erhältlich, die die Lungenfunktion und Lebensqualität von Patienten mit dem häufigsten Gendefekt F508del spürbar verbessert. Die Therapie kommt damit für knapp 90 Prozent der Mukoviszidose-Betroffenen infrage. Seit Anfang 2022 kann die Dreifachtherapie schon bei Kindern ab 6 Jahren eingesetzt werden. „Dass wir Mukoviszidose-Betroffene nun nicht mehr nur symptomatisch behandeln, sondern die zugrundeliegende Fehlfunktion therapieren können, ist ein Meilenstein in der Behandlung dieser schwerwiegenden Erbkrankheit. Ich freue mich sehr, dass die Jury der Falling Walls Foundation diesen großartigen Fortschritt anerkennt“, betont Mall. Der Lungenexperte leitet auch das Christiane Herzog Mukoviszidose-Zentrum der Charité. „Mein Ziel ist es, Mukoviszidose von einer tödlichen zu einer behandelbaren Krankheit zu machen. Aktuell arbeiten wir darauf hin, die Wirkstoffkombination so früh wie möglich im Kindesalter einsetzen zu können, um so in Zukunft hoffentlich selbst frühe Schäden der Lunge und anderer Organe zu verhindern.“ Die Falling Walls Foundation verleiht den Titel „Science Breakthrough of the Year“ jährlich an je ein Forschungsprojekt in den zehn Kategorien Lebenswissenschaften, Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften und Technologie, Sozial- und Geisteswissenschaften, Kunst und Wissenschaft, Lernen der Zukunft, Wissenschaft und Innovationsmanagement, Science Start-ups, Science Engagement und Emerging Talents. Im Bereich Lebenswissenschaften werden international anerkannte Wissenschaftler ausgezeichnet, die in ihrem Fachgebiet führend sind und mit ihrer bahnbrechenden Arbeit zur Lösung der größten Herausforderungen der Welt beitragen – also im übertragenen Sinn eine Mauer in Wissenschaft und Gesellschaft zum Fallen bringen. In diesem Jahr kürte die Jury die Gewinner aus mehr als 1000 Projekten, die aus 105 Ländern eingereicht wurden. Die gemeinnützige Stiftung Falling Walls Foundation wurde durch den Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 und den Anbruch einer neuen Ära der Freiheit inspiriert. Sie fördert bahnbrechendes Denken und baut ein wachsendes Netzwerk von Führungskräften aus Wissenschaft, Wirtschaft und dem öffentlichen Sektor auf, um große Herausforderungen zu bewältigen und wegweisende Ideen der Gesellschaft zugänglich zu machen. Der Falling Walls Science Summit, auf dem Mall am 9. November seine Forschung vorstellen wird, versteht sich als interdisziplinäres und sektorübergreifendes Forum für weltweit führende Wissenschaftler mit dem Schwerpunkt auf wissenschaftlichen Durchbrüchen. Der Gipfel findet jedes Jahr vom 7. bis 9. November in Berlin statt.
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