Familiäre endokrine Erkrankungen sind mit erhöhtem Risiko für Fehlgeburten verbunden16. Juli 2024 Foto: © natali_mis/stock.adobe.com Frauen, die enge Familienmitglieder mit endokrinen Erkrankungen haben, einschließlich Typ-2-Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen und polyzystischem Ovarialsyndrom, haben laut einer in Dänemark durchgeführten Studie ein höheres Risiko für einen Schwangerschaftsverlust. Die Forschung untersuchte den Zusammenhang zwischen verschiedenen endokrinen Erkrankungen und dem Auftreten von Schwangerschaftsverlusten. Für die Studie wurden 366.539 Frauen in Dänemark zwischen 1973 und 2022 untersucht. Die Ergebnisse wurden auf der 40. Jahrestagung der European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE 2024) vorgestellt und in der Fachzeitschrift „Human Reproduction“ veröffentlicht. Die Studie ergab, dass Frauen mit Eltern, bei denen endokrine Erkrankungen diagnostiziert wurden, ein um sechs Prozent höheres Risiko für einen Schwangerschaftsverlust hatten als Frauen ohne eine familiäre Vorgeschichte mit endokrinen Erkrankungen. Ebenso stieg das Risiko eines Schwangerschaftsverlusts um sieben Prozent, wenn die Schwester einer Frau eine endokrine Erkrankung hatte. Diese Muster blieben auch dann bestehen, wenn einzelne Fälle von Krankheiten berücksichtigt wurden. Die Ergebnisse weisen laut den Forschern darauf hin, dass eine familiäre Vorbelastung mit endokrinen Erkrankungen ein wichtiger, aber bisher wenig erforschter Faktor bei der Bewertung des Risikos eines Schwangerschaftsverlusts ist. Dr. Pia Egerup, Hauptautorin der Studie, kommentiert: „Wir glauben, dass der Mechanismus, der die familiäre endokrine Erkrankung und den Schwangerschaftsverlust miteinander verbindet, ein gemeinsamer genetischer Hintergrund sein könnte, der die Betroffenen sowohl für die endokrine Erkrankung als auch für den Schwangerschaftsverlust prädisponiert. Ein möglicher Mechanismus könnte mit den menschlichen Leukozytenantigenen (HLA) zusammenhängen, die die Fähigkeit des Immunsystems definieren, ‘gut’ von ‘schlecht’ zu unterscheiden.“ Und sie fährt fort: „Es ist bekannt, dass bestimmte HLA-Typen mit verschiedenen endokrinen und Autoimmunkrankheiten in Verbindung gebracht werden und auch mit Schwangerschaftsverlust in Verbindung stehen könnten.“ Neben der Aufdeckung des Zusammenhangs zwischen familiären endokrinen Erkrankungen und Schwangerschaftsverlusten zeigten die Untersuchungen laut den Wissenschaftlern auch einen signifikanten Zusammenhang zwischen Schwangerschaftsverlusten und endokrinen Erkrankungen, der mit der Anzahl der Verluste zunimmt. Frauen mit einer endokrinen Erkrankung hatten ein 15 Prozent höheres Risiko für einen Schwangerschaftsverlust (OR 1,15, 95% CI 1,12-1,17) als Frauen ohne endokrine Erkrankung und ein 30 Prozent höheres Risiko für zwei Verluste (OR 1,30, 95% CI 1,24-1,37). Darüber hinaus war das Risiko für Frauen mit drei oder mehr Verlusten mit 81 Prozent deutlich höher (OR 1,81, 95 % CI 1,70-1,93).
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