Familienhörbücher am NCT Heidelberg: Teilnahme weiter möglich

Weitere Interessenten können in dem Projekt am NCT Heidelberg ein Familienhörbuch erstellen und an der Studie teilnehmen. Foto: ©NCT Heidelberg

Am Projekt Familienhörbuch am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg und am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) können noch weitere Patienten teilnehmen und ihre Lebensgeschichte einsprechen.

Seit vergangenem Jahr können unheilbar an Krebs erkrankte Patientinnen und Patienten mit minderjährigen Kindern am NCT Heidelberg ihr Familienhörbuch erstellen. Sie sprechen dafür mit Unterstützung von Audioprofis ihre ganz persönliche Lebensgeschichte ein. Ungefähr die Hälfte der insgesamt 50 Familienhörbücher im Projekt sind aufgenommen oder geplant, weitere 25 Interessenten können sich noch bis Ende Juni 2023 melden und ein Hörbuch erstellen sowie an der begleitenden Studie teilnehmen.

Die Mütter und Väter, die bisher ihre Familienhörbücher eingesprochen haben, berichten sehr positiv über die Arbeit an der Aufnahme. „Einfach ein schönes, aufbauendes Projekt in einer Zeit, in der sich sehr viel um die Krankheit dreht“, „die Zusammenarbeit mit den Audiografen ist sehr persönlich und macht die Arbeit am Hörbuch sehr angenehm“ oder „die Aufnahme hat mich motiviert, mich mit anderen Themen zu beschäftigen und mich nicht nur auf meine Diagnose zu konzentrieren“ – so lauten Aussagen von Teilnehmenden.

Das bisherige Feedback deutet darauf hin, dass es Patienten leichter fällt, mit der Krankheit und ihren Folgen umzugehen, wenn sie sich mit der eigenen Biografie auseinandersetzen und ein Hörbuch erarbeiten. Eine Begleitstudie untersucht diese Effekte jetzt systematisch. Für die Umsetzung der Studie verantwortlich ist Anja Greinacher, Psychologische Psychotherapeutin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Klinik für Palliativmedizin und des Instituts für Medizinische Psychologie am UKHD. Sie sagt: „Wir gehen wissenschaftlich vor und können der Studienauswertung und dem Ergebnis nicht vorgreifen, aber die Eindrücke, die unser Studienteam in den Interviews aufnimmt, sind fast alle positiv.“

Die Ergebnisse der Studie sollen Ende 2023 vorliegen. „Wir können noch bis Ende Juni 2023 Patientinnen und Patienten in die Studie aufnehmen. Wir würden uns freuen, wenn sich bis dahin noch viele an Krebs erkrankte Eltern auf die Arbeit an einem Familienhörbuch als Audio-Vermächtnis für ihre Kinder und Angehörigen einlassen würden“, sagt Anja Greinacher.

Bei Interesse genügt eine E-Mail an [email protected].

Über das Familienhörbuch

Im Familienhörbuch kommen unheilbar an Krebs erkrankte Mütter und Väter zu Wort, die ihre persönliche Geschichte für die eigenen Kinder und Angehörigen in einer professionellen Audiobiografie dokumentieren möchten. Initiatorin und Macherin des Projekts ist die Familienhörbuch gGmbH, ein gemeinnütziges Unternehmen aus Köln, in dem sich 50 Spezialisten für Audiobiografie, Ton und Sounddesign unter der Leitung von Judith Grümmer und Sabine Fiedler engagieren.

Über das Heidelberger Projekt

Das Projekt Familienhörbuch läuft seit Juni 2022 am NCT Heidelberg und am UKHD. Dabei arbeiten das NCT Heidelberg, die Klinik für Palliativmedizin des UKHD und das Institut für Medizinische Psychologie des UKHD eng mit der Familienhörbuch gGmbH zusammen. Für die Teilnehmenden ist die Erstellung ihres Hörbuchs kostenfrei. Die Dietmar Hopp Stiftung fördert die Produktion von 50 Hörbüchern mit einer Spende von 252.000 Euro an die Familienhörbuch gGmbH. Damit haben zunächst 50 Krebspatienten am NCT und UKHD die Chance, ihre persönliche Audiobiografie zu produzieren.

In der begleitenden Studie analysieren Forschende mittels Fragebögen und Interviews die Situation der Patienten. Gefragt wird beispielsweise, wie das Hörbuch die Lebensqualität, die Stimmung und das emotionale Wohlbefinden beeinflusst. Außerdem ermittelt die Studie, welchen zusätzlichen Aufwand die Hörbücher im Klinikalltag erfordern. Dadurch soll eine umfassende Datengrundlage für eine zukünftige Etablierung des Familienhörbuchs in der Regelversorgung geschaffen werden. Die Begleitstudie wird mit fast 50.000 Euro aus der Aktion „Spenden gegen Krebs“ am NCT Heidelberg finanziert.