Fast fünf Prozent weniger Honorar für ambulante Psychotherapie13. März 2026 Detailansicht eines Gefahrenzeichens “Gefälle” ohne Beschriftung | Detail photo of a danger sign “Steep hill downwards” without inscription Der Erweiterte Bewertungsausschuss auf Bundesebene hat beschlossen, die Honorare für psychotherapeutische Leistungen zum 1. April 2026 um 4,5 Prozent abzusenken. Vertreter der Kassenärzte warnen vor einer Aushöhlung der ambulanten Psychotherapie. Die Entscheidung sei gegen die Stimmen der Ärzteschaft getroffen worden, betonte die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) und warnte eindringlich davor, dass dadurch das Versorgungsnetz für Patienten systematisch geschwächt werde. Enttäuscht zeigte sich auch Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), nach dem Votum des Gremiums. „Dass die Gesetzlichen Krankenkassen aufgrund der aktuellen Finanzlage sparen müssen, steht außer Frage. Es ist aber paradox, genau da sparen zu wollen, wo der Großteil der Versorgung für relativ wenig Geld stattfindet – eben in der ambulanten ärztlichen und psychotherapeutischen Versorgung. Dass nun bei den psychotherapeutischen Leistungen die Vergütung nach der Rasenmähermethode um fast fünf Prozent gekürzt werden soll, ist aus unserer Sicht ein Unding. Das Nachsehen werden leider vor allem die Patientinnen und Patienten haben, deren Nachfrage nach psychotherapeutischen Leistungen in den letzten Jahren stetig gestiegen ist.“ Weitere Verschlechterung der Versorgungssituation befürchtet Die Gesetzlichen Krankenkassen hatten ursprünglich eine Kürzung um zehn Prozent gefordert. Doch auch der nun beschlossene Abzug von 4,5 Prozent belaste die Praxen massiv und gefährde die Stabilität der ambulanten Strukturen, warnte die KVBB. „Das Versorgungsnetz für Menschen in psychischen Krisen wird durch diese Entscheidung mutwillig beschädigt. Es ist unverantwortlich, die Maschen dieses Netzes immer dünner zu knüpfen, während gleichzeitig immer mehr belastete Menschen darin Halt suchen. Wer die ambulante Psychotherapie finanziell aushöhlt, nimmt in Kauf, dass das gesamte System der psychischen Gesundheit in der Fläche instabil wird. Diese Kürzung ist kein Sparbeitrag, sondern gefährdet direkt die Patientenversorgung – gerade auch in ländlichen Regionen“, erkärte Catrin Steiniger, Vorstandsvorsitzende der KVBB. Ambulante Praxen bildeten das Rückgrat der psychotherapeutischen Versorgung. Werde dieses geschwächt, drohen längere Wartezeiten und eine weitere Verschlechterung der Versorgungssituation – mit weitreichenden Folgen für die Betroffenen und die gesamte Gesellschaft, warnte die KVBB.
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