Fehl- und Mangelernährung: DGVS unterstützt Ernährungsstrategie der Bundesregierung29. Juni 2023 Foto: © Kittiphan/stock.adobe.com Von der Gemeinschaftsverpflegung in Kitas, Schulen und Kliniken über die bessere Krankheits-Prävention mit der richtigen Ernährungsform bis hin zur Förderung von Forschung und Monitoring rund um Ernährung: Bis Ende des Jahres will der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Cem Özdemir, im Austausch mit Fachleuten eine dezidierte Ernährungsstrategie der Bundesregierung ausarbeiten. Diese Strategie soll gleichermaßen körperliche, soziale und planetare Belange vereinen. Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V. (DGVS) begrüßt dieses Ziel ausdrücklich und weist darauf hin, dass hier keine falschen Kompromisse gemacht werden dürften. Gastroenterologen behandelten tagtäglich Patienten, die an den Folgen von Fehl- und Mangelernährung leiden, betont die Fachgesellschaft in einer aktuellen Mitteilung. Um die therapeutische und präventive Kraft der Ernährung entfalten zu können, müssten zunächst die Rahmenbedingungen vor allem auch für Kinder verändert werden, erklärt die DGVS. Geschätzt leiden 20 bis 30 Millionen Menschen in Deutschland an einer Fettleber, rechnen die Gastroenterologen vor. Die Folgen reichen von Leberzirrhose bis hin zu Krebserkrankungen der Leber, doch die DGVS weist auf weitere gesundheitliche Folgen falscher Ernährung hin, die allseits bekannt sind: Adipositas, Diabetes, Hypertonie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder auch Darmkrebs. „Dank intensiver Forschung können wir diesen Erkrankungen immer häufiger medikamentös oder operativ begegnen und Betroffenen so effektiv helfen“, erklärt PD Dr. Birgit Terjung, Chefärztin der Abteilung Innere Medizin der GFO Kliniken Bonn und Mediensprecherin der DGVS. Neben diesen Maßnahmen sollte aber zunehmend auch die Prävention durch Ernährung in den Vordergrund gerückt werden, betonen die Gastroenterologen. Krankheitsprävention durch Ernährung Denn schließlich ließen sich durch eine Veränderung der Ernährungsweise und des Lebensstils viele Krankheiten komplett vermeiden oder auch deren Progression verhindern. „Hier sind wir in der alltäglichen Arbeit mit unseren Patientinnen und Patienten ganz nah an der Ernährungsstrategie des Bundes, die maßgeblich an der Prävention durch Ernährung ansetzen möchte“, betont Terjung. Die Ursachen ungesunder Ernährung lägen oft schon in der Kindheit und würden dann bis ins hohe Alter weitergetragen, unterstreicht die DGVS: Was es jedem Einzelnen so schwer mache, sich lebenslang richtig zu ernähren, finde seinen Ursprung häufig nicht in individuellen, sondern strukturellen Problemen, die alle Generationen beträfen. Dazu gehörten fehlendes Wissen über gesunde Lebensmittel und die Bedeutung von Bewegung, falsche Kost in Gemeinschaftsverpflegungen wie Kita, Kantine oder Klinik und Fehlinformationen rund um Lebensmittel im Supermarkt. „Die Ernährungsstrategie sollte daher darauf abzielen, die richtige Ernährung zum richtigen Zeitpunkt verfügbar zu machen: Kinder benötigen andere Nährstoffe als schwer kranke oder genesende Menschen“, ergänzt Terjung. DGVS bietet dem Bundesminister Unterstützung an Die Gastroenterologen verweisen auf Beobachtungs- und Interventionsstudien, die eine Richtschnur vorgeben, welche Ernährung gesundheitsförderlich ist: Mit der sogenannten mediterranen Kost ließen sich ernährungsbedingte Erkrankungen bestmöglich verhindern und unter Umständen auch aufhalten: Viel Gemüse und Obst, zwei Mal pro Woche Fisch, wenig Fleisch und Wurst, wenige oder zumindest fettarme Milchprodukte, wenig tierisches Eiweiß, ballaststoffreiche Kost – das alles wirke antientzündlich auf den Körper und senke damit das Erkrankungsrisiko. Daran anschließend begrüßt die DGVS die Bestrebungen, im Rahmen der Ernährungsstrategie auch die Datenbasis für eine gesunde Ernährung zu erweitern und insbesondere im Rahmen eines bundesweiten Mentorings noch genauer zu ergründen, wer in Deutschland was isst und wie die Ernährung an den verschiedenen Stellen noch verbessert werden kann. Dies sei aus Sicht der medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaft entscheidend, um zu einem langfristig guten Ergebnis zu kommen. „Wir als Gastroenterologen sehen uns bei diesem Thema besonders in der Pflicht und sind jederzeit bereit, uns mit unserer medizinischen, aber vor allem auch wissenschaftlichen Expertise einzubringen“, sagt Terjung abschließend.
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