Fehlgeburt: Frauen sollten über alle Therapieoptionen aufgeklärt werden

Eine Fehlgeburt in der Frühschwangerschaft kann eine traumatische Erfahrung für Frauen sein. Die Behandlung sollte entsprechend ihren Bedürfnissen ausgerichtet sein, da gegenwärtige Therapien gleich wirksam seien, so eine Metaanalyse. (Foto © Fotolia.com)

Bei Fehlgeburten im ersten Trimester spielt es keine Rolle, welche Behandlung vorgenommen wird. Denn eine Metaanalyse zeigt, dass keine Option der anderen überlegen scheint. Wichtiger sei es, auf die Bedürfnisse und Wünsche der Patientin einzugehen.

Die Metaanalyse von Dr. Bassel Al Wattar von der Warwick Medical School und Kollegen schloss 46 Studien mit insgesamt 9259 Frauen ein. Ziel war es, die Wirksamkeit und Sicherheit eines abwartenden Managements (EXP), scharfe Dilatation und Kürettage (D+C), elektrische Vakuumaspiration (EVAC), manuelle Vakuumaspiration (MVA), Misoprostol allein (MISO), Mifepriston (MIFE) und MISO sowie MISO und EVAC zu analysieren.

Das Fazit: Im Vergleich zu den anderen Behandlungsmethoden war EXP weniger wirksam. Nur in 70% der Fälle war EXP erfolgreich, so die Analyse. Bei den Therapieoptionen besaßen sowohl operative als auch medikamentöse Behandlungen ähnlich gute Wirksamkeiten. Der Zusatz von MIFE zu MISO schien besser zu wirken als MISO alleine und reduzierte darüber hinaus die Zahl der Nebenwirkungen. Allerdings seien hier die Studienergebnisse nicht eindeutig, so Wattar und Koautoren. Bei der MVA beobachteten sie eine niedrigere Infektions- und Komplikationsrate nach dem Eingriff. Auch seien Patientinnen nach MVA zufriedener gewesen.

In einem Statement der University of Warwick plädiert Wattar deshalb dafür, Frauen in Zukunft über alle Therapieoptionen aufzuklären und mit ihnen die für sie beste Behandlung auszuwählen. “Manche Frauen wünschen sich eine schnelle operative Intervention, damit sie ihren alten Lebensstil schnell wieder aufnehmen können”, sagte Wattar. “Andere wollen eine Operation unter allen Umständen vermeiden und bevorzugen eine Tablette.” Und nicht zuletzt gebe es auch Frauen, die einen natürlichen Ansatz verfolgen möchten, erklärte der Gynäkologe. In allen Fällen sollten die Patientinnen über Erfolgsraten und Risiken gründlich aufgeklärt werden.

Für Frauen, die in den meisten Fällen durch die Fehlgeburt eine traumatische Erfahrung machen würden, sei es wichtig, nicht nur die Wirksamkeit einer Behandlung in Betracht zu ziehen, sondern auch mögliche Nebenwirkungen sowie potenzielle Stress- und Belastungssituationen wie lange Wartezeiten. “Es gibt Hinweise darauf, dass die Zufriedenheit der Patientinnen mit der gewählten Behandlung wahrscheinlicher ist, wenn sie von vornherein alle Therapieoptionen angeboten bekommen”, so Wattar.