Feinstaubbelastung und tägliche Mortalität in Städten2. Dezember 2019 © stillwarm – Adobe Stock Die kurzfristige Exposition gegenüber inhalierbaren Partikeln (PM) mit einem aerodynamischen Durchmesser von ≤10 μm (PM10) und feinen Partikeln ≤2,5 μm (PM2,5) hängt unabhängig mit der täglichen Gesamt-, kardiovaskulären und respiratorischen Mortalität zusammen. Das bestätigt eine neue Studie mit Daten zu mehr als 600 Städten weltweit. Diese Daten bestätigten den in regionalen und lokalen Studien festgestellten Zusammenhang zwischen Mortalität und PM-Konzentration, betonen die Autoren um Dr. Cong Liu von der Fudan University. Sie untersuchten die Assoziationen von inhalierbaren Partikeln (PM) dieser Größen mit der täglichen Mortalität aller Ursachen, der kardiovaskulären und der respiratorischen Mortalität. Dazu wurden täglich Daten zu Mortalität und Luftverschmutzung in 652 Städten in 24 Ländern oder Regionen erhoben. Die statistischen Auswertungen zeigten, dass im Schnitt ein Anstieg des gleitenden 2-Tages-Durchschnitts der PM10-Konzentration, der den Durchschnitt über den aktuellen und den vorherigen Tag darstellt, um 10 μg/m3 mit einem Anstieg um 0,44 % (95 %-KI 0,39–0,50) bei der täglichen Gesamtmortalität, um 0,36 % (95 %-KI 0,30–0,43) bei der täglichen kardiovaskulären Mortalität und um 0,47 % (95 %-KI 0,35–0,58) bei der täglichen respiratorischen Mortalität verbunden war. Die entsprechenden Anstiege der täglichen Mortalität bei gleicher Änderung der PM2,5-Konzentration betrugen 0,68 % (95 %-KI 0,59–0,77), 0,55 % (95 %-KI 0,45–0,66) und 0,74 % (95 %-KI 0,53–0,95). Diese Assoziationen blieben nach Bereinigung um gasförmige Schadstoffe signifikant. Ein weiterer Befund von Liu und seinen Kollegen war, dass die Assoziationen an Standorten mit niedrigeren jährlichen durchschnittlichen PM-Konzentrationen und höheren jährlichen Durchschnittstemperaturen stärker ausfielen. Die gepoolten Konzentrations-Reaktions-Kurven zeigten einen konsistenten Anstieg der täglichen Mortalität mit zunehmender PM-Konzentration, wobei die Steigungen bei niedrigeren PM-Konzentrationen steiler sind. (sf) FazitDie kurzfristige Exposition gegenüber inhalierbaren Partikeln (PM) mit einem aerodynamischen Durchmesser von ≤10 μm (PM10) und feinen Partikeln ≤2,5 μm (PM2,5) hängt unabhängig mit der täglichen Gesamt-, kardiovaskulären und respiratorischen Mortalität zusammen. Autoren: Liu C et al.Korrespondenz: Dr. Haidong Kan; [email protected]Studie: Ambient Particulate Air Pollution and Daily Mortality in 652 CitiesQuelle: N Engl J Med 2019;381(8):705–715.Web: dx.doi.org/10.1056/NEJMoa1817364