Fertilität nach Krebstherapie: Krebspatientinnen verunsichert25. Juni 2019 © andreaobzerova – fotolia.com Eine Studie, die im Fachblatt „Cancer“ veröffentlicht wurde, ergab, dass viele junge Krebsüberlebende weiterhin unsicher sind, ob ihre Fruchtbarkeit durch eine Therapie beeinträchtigt wurde – und das trotz einer entsprechenden Beratung. Möglicherweise müssten die Beratungsrichtlinien überarbeitet werden, damit Patienten besser informiert sind, so das Fazit der Studienleiterin Dr. Irene Su vom UCSD Moores Cancer Center im kalifornischen La Jolla. In der Querschnittsanalyse haben Su und ihre Kollegen zwischen den Jahren 2015 und 2017 insgesamt 747 weibliche Krebsüberlebende im Alter von 18–40 Jahren aus Krebsregistern und Selbsthilfegruppen rekrutiert. Die Studienteilnehmerinnen gaben in einer Befragung an, ob sie zum Zeitpunkt ihrer Krebsdiagnose eine Fertilitätsberatung erhalten hatten, an welchem Krebs sie litten und wie dieser behandelt wurde sowie welche Sorgen sie bezüglich ihrer Fruchtbarkeit hatten. Das mittlere Alter der Kohorte betrug 33,0 Jahre. Zwischen Befragung und Diagnose waren im Mittel 7,7 Jahre vergangen. Die meisten Teilnehmerinnen (73%) waren kaukasischen Ursprungs, knapp ein Viertel war hispanisch. Von den Probandinnen gaben 19% an, eine Fertilitätsberatung erhalten zu haben. Etwa 44% sagten aus, dass sie moderate bis sehr starke Sorgen bezüglich ihrer Fruchtbarkeit hatten. In einer angepassten Analyse war eine Beratung mit moderaten bis sehr starke Sorgen bezüglich der Fruchtbarkeit assoziiert (Risikoverhältnis 1,22; 95%-KI 1,02–1,45), so die Forscher. Eine Exposition gegenüber fertilitätseinschränkenden Therapien hatte dagegen keinen Einfluss hierauf (pInteraktion=0,23). Fazit Ein großer Anteil der überlebenden Krebspatientinnen berichtete von moderaten bis hohen Bedenken hinsichtlich ihrer Fruchtbarkeit. (bs) Autoren: Young K et al. Korrespondenz: Dr. H. Irene Su; [email protected] Studie: Fertility counseling before cancer treatment and subsequent reproductive concerns among female adolescent and young adult cancer survivors Quelle: Cancer 2019;125(6):980–989. Web: https://doi.org/10.1002/cncr.31862