FIB-4: Bluttests lassen Rückschlüsse auf Risiko für Leberzirrhose zu14. Juli 2020 Foto: © Sono Creative/Adobe Stock Messungen des Biomarkers FIB-4 im Blut alle paar Jahre können Rückschlüsse auf die Entwicklung einer Leberzirrhose zulassen. Das berichten Forscher des Karolinska Insitutet (Schweden) in einer neuen Studie. Demnach steigt das Zirrhoserisiko mit der Zunahme der Werte für diesen Biomarker zwischen zwei Messungen. „Es ist schwierig, das Risiko für eine Zirrhose vorherzusagen, auch wenn man es aus regelmäßigen Bluttests, in denen die Schädigung der Leber gemessen wird, in gewisser Weise ableiten kann“, sagt Hauptautor Hannes Hagström, Hepatologie am Karolinska University Hospital und Dozent am Karolinska Institutet. „Deshalb wollten wir untersuchen, ob das, was als FIB-4-Score bekannt ist, die Genauigkeit der Identifizierung von Personen mit hohem Risiko erhöhen kann, insbesondere mit Informationen aus wiederholten Messungen.“ Die neue Studie zeigt, dass wiederholte Probenentnahme und Messung des FIB-4-Score – im Gegensatz zu einer einmaligen Messung – die Vorhersage des zukünftigen Risikos für eine Leberzirrhose verbessern kann. Die Wissenschaftler verwendeten Daten der AMORIS-Kohorte und damit die Ergebnisse von Labortests aus einer sehr großen Patientenpopulation, die zwischen 1985 mehreren Zeitpunkten Blut entnommen worden, dass wobei auch ein FIB-4-Score erhoben wurde. Die Personen wurden in nationalen Patientenregistern nachverfolgt, um diejenigen zu identifizieren, bei denen bis zu 27 Jahre später eine Zirrhose auftrat. Haupterkenntnis der Forscher aus diesen Daten war, dass das Risiko bei solchen Personen wächst, bei denen der FIB-4-Score zwischen zwei Tests zunimmt, und sinkt, wenn der Score zwischen zwei Testungen abnimmt. Auf diese Weise konnte fast die Hälfte der Personen, die später an einer Zirrhose litten, identifiziert werden. Ein Problem allerdings, so berichten die Forscher, sei, dass die Genauigkeit relativ gering ist. Es bestehe ein Risiko für falsch positive Tests. Eine weitere Erkenntnis aus der Studie ist, dass bis zur Entwicklung einer Zirrhose viel Zeit verging, und dass es möglicherweise ausreicht den FIB-4-Score in Sieben-Jahres-Intervallen neu zu berechnen. „Wir zeigen, dass dieser Biomarker hilfreich für die Identifizierung von Personen in der Primärversorgung ist, die ein erhöhtes Zirrhoserisiko besitzen und sorgfältiger untersucht werden sollten. Ebenso hilft er beim Ausschluss von Personen, bei denen dies nicht notwendig ist“, erklärt Hagström. „Dieses Verfahren muss aber noch weiterentwickelt werden, um das Risiko falsch positiver Befunde zu reduzieren, die bei gesunden Menschen zu unnötigen Untersuchungen führen können.“
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