Förderung für die Erforschung personalisierter Prostatakrebs-Therapie29. Juni 2021 Marianna Kruithof-de Julio. Bild: zvg / Marianna Kruithof-de Julio PD Dr. Marianna Kruithof-de Julio aus Bern (Schweiz) erhält für ihre Forschung zur personalisierten Prostatakrebs-Therapie eine Förderung mit Sinergia-Beiträgen des Schweizerischen Nationalfonds (SNF). Ihre Arbeitsgruppe am Department for BioMedical Research (DBMR) der Universität Bern und an der Universitätsklinik für Urologie des Universitätsspital Bern strebt mit ihrem Ansatz eine effizientere Therapie für Prostatakrebspatienten an. Eines der größten Hindernisse bei der der Entwicklung effektiver therapeutischer Behandlungen von Prostatakrebs ist die Heterogenität zwischen den Patienten und innerhalb des Tumors. Um Patienten erfolgreich behandeln zu können, ist ein Verständnis dieser Individualität erforderlich. Prädiktoren für eine individuelle Therapiewahl Ein wesentliches Merkmal von Prostatakrebs ist die Veränderung der Stoffwechselprozesse innerhalb der Tumorzellen. Kruithof-de Julio und ihr Team möchten die verschiedenen Stoffwechselzustände in Prostatakrebszellen beschreiben, um in einem zweiten Schritt computergestützte Prädiktoren zu entwickeln. Diese sollen in der Lage sein, den Stoffwechselzustand der Krebszellen vor und nach der Therapie vorherzusagen. Damit soll nach Hoffnung der Forscherinnen die Therapieauswahl verfeinert werden können. Kruithof-de Julio erklärt: «Die Heterogenität der erkrankten Menschen, aber auch der Tumore soll besser berücksichtigt werden, um Therapien maßgeschneidert auf den Patienten abzustimmen. Dies soll die Erfolgsaussichten der Behandlungen erhöhen.» Die Wissenschaftlerin promovierte 2004 an der Medizinischen Fakultät der Universität Amsterdam (Niederlande). Seit 2017 ist sie die Leiterin des Urological Research Laboratory am DBMR, Direktorin des Organoid Core sowie Mitglied am Bern Center for Precision Medicine. Seit 2021 ist sie zudem Direktionsmitglied des DBMR. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt in der Entwicklung und Anwendung von Werkzeugen für die Präzisionsmedizin. In den vergangenen Jahren hat sie mehrere hochkompetitive Grants eingeworben, etwa einen Impact Award vom US «Congressionally Directed Medical Research Program» (CDMRP) und vom 3R Kompetenzzentrum Schweiz (3RCC). Das schweizerische Sinergia-Programm Das Sinergia-Programm des SNF fördert die Zusammenarbeit von zwei bis vier Forschungsgruppen. Wie der Name bereits sagt, sollen Synergien zwischen verschiedenen Forschungsbereichen nutzbar gemacht werden, um so interdisziplinäre Forschung mit der Aussicht auf bahnbrechende Erkenntnisse zu ermöglichen. Neben Kruithof-de Julio erhalten ebenfalls die Berner Forscherinnen Prof. Eliane J. Müller von der Universitätsklinik für Dermatologie am Inselspital, Universitätsspital Bern, und vom DBMR sowie Prof. Isabelle Stadelmann-Steffen vom Institut für Politikwissenschaft (IPW) der Universität Bern die Förderung. Daniel Candinas, Vizerektor Forschung der Universität Bern, freut sich über den Erfolg: «Die interdisziplinär ausgerichtete Forschung der Universität Bern zahlt sich einmal mehr aus und zeigt, dass sie hochaktuell und bestens vernetzt ist. Zudem zeichnen sich die drei Sinergia-Projekte der Berner Forscherinnen vor allem durch ihr Potenzial aus, einen großen Nutzen für die Gesellschaft zu generieren.» Insgesamt bewarben sich 71 Projektleitende um die in einem kompetitiven Verfahren vergebenen Sinergia-Fördergelder. 15 Forschungsprojekte wurden bewilligt, was einer Erfolgsquote von 21% entspricht. Davon wurden der Universität Bern mit drei Projekten schweizweit mit am meisten zugesprochen. Insgesamt betragen die Fördergelder 36 Millionen Franken. Im Schnitt dauert ein einzelnes Sinergia-Projekt rund vier Jahre und erhält durchschnittlich 2,4 Millionen Franken. (Universität Bern / ms)
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