Förderung für Graduiertenkolleg zu Material-Mikroben-Mikroumgebungen10. Mai 2022 Im neuen materialwissenschaftlichen Graduiertenkolleg der Universität Jena wird erforscht, wie durch maßgeschneiderte antimikrobielle Biomaterialien besser biomaterialassoziierte Infektionen vermieden werden können. Foto: Jan-Peter Kasper/Uni Jena Die Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert zwei neue Graduiertenkollegs an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Beide Kollegs, die Anfang 2023 starten werden, sollen in den kommenden fünf Jahren mit 12 Millionen gefördert werden. Eines beschäftigt sich mit der Vermeidung biomaterialassoziierter Infektionen. Am neuen materialwissenschaftlich-medizinischen Graduiertenkolleg (GRK) 2723 zu Material-Mikroben-Mikroumgebungen sind Forschende aus Physik, Chemie, Biologie, klinischer Medizin und Mikrobiologie der Universität Jena und des Universitätsklinikums (UKJ) beteiligt. Sie wollen eine maßgeschneiderte Plattform antimikrobieller Biomaterialien entwickeln, um besser biomaterialassoziierte Infektionen zu vermeiden, wie sie zum Beispiel bei Knochenimplantaten auftreten können. Bisher werden solche biomaterialassoziierten Infektionen durch chirurgische Eingriffe in Verbindung mit einer Langzeitantibiotikatherapie behandelt. Um den Einsatz von Antibiotika und vor allem die Belastung für die betroffenen Patienten zu mindern, soll im GRK „Materials-Microbe-Microenvironment: Antimicrobial biomaterials with tailored structures and properties” (M-M-M) eine Materialplattform, die auf unterschiedlichen nanostrukturierten Materialien basiert, entwickelt und in den klinischen Einsatz überführt werden. Eine wichtige Rolle dabei spielen fortgeschrittene optische Methoden, die helfen, komplexe, multifaktorielle Wechselwirkungsmechanismen von Biomaterialien, Zellen und Mikroben aufzuklären. Die entsprechende Ausstattung und das notwendige Know-how stehen in Jena zur Verfügung.„Die für den Projekterfolg notwendige Forschung wird in sechs interdisziplinären Tandem-Projekten mit je zwei Promovierenden behandelt, die sich in jedem Projekt mit komplementären material- und medizinwissenschaftlichen Aspekten befassen, betreut von einem Tandem aus Materialwissenschaft und Medizin“, erläutert der Materialexperte Prof. Klaus Jandt, der gemeinsam mit der Medizinerin Prof. Bettina Löffler Sprecher des neuen Kollegs ist. Ein interdisziplinäres Qualifizierungsprogramm für die Promovierenden ist grundlegender Bestandteil des Kollegs. „M-M-M bildet eine gemeinsame Kommunikationsplattform von Materialwissenschaft und Medizin, die das Verständnis für die jeweils andere Disziplin fördert und so kreative Herangehensweisen und Lösungen ermöglicht“, beschreibt Löffler den Gewinn für Forschung und beteiligte Nachwuchskräfte. „Es ist ein großer Erfolg, direkt zwei neue Graduiertenkollegs in diesem kompetitiven Verfahren der DFG zu erhalten“, freut sich Prof. Georg Pohnert, Vizepräsident für Forschung der Universität Jena. Dies sei ein Beleg für die Expertise und das außergewöhnliche Engagement aller an den Anträgen beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Die Strategie der Universität, ihre Forschungsschwerpunkte unter den Themen „Light, Life, Liberty“ zu fokussieren, wird damit erneut bestätigt. „Die neuen Kollegs passen perfekt zu unseren Profillinien und zeichnen sich durch ihre aktuellen interdisziplinären und tragfähigen Themen und die überzeugenden Konzepte aus. Das führt zu einem Gewinn für die Forschung der Jenaer Universität und die beteiligten Promovierenden, Postdocs und etablierten Forschenden“, ist Pohnert überzeugt.
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