Forschende finden Hinweise auf Zusammenhang zwischen Depressionen und Demenz

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Depressionen werden oft als wichtiger veränderbarer Risikofaktor für Demenz genannt. Dennoch ist der relative Beitrag einer tatsächlichen Kausalbeziehung, einer umgekehrten Kausalität und von Störfaktoren weiterhin unklar. Forschende aus Großbritannien haben den Zusammenhang nun genauer untersucht.

Wie die Forschenden um Korrespondenzautor Charles R. Marshall von der Queen Mary University of London im „Journal of Neurology, Neurosurgery, and Psychiatry“ berichten, hatten sie die Daten von 491.557 Teilnehmern der UK Biobank ausgewertet, die zum Zeitpunkt der Aufnahme zwischen 40 und 69 Jahre alt waren und über einen Zeitraum von durchschnittlich 12,4 Jahren beobachtet wurden. Die Diagnosen von Depression und Demenz wurden anhand von Gesundheitsakten, Selbstauskünften und Sterbeurkunden ermittelt. Depressive Symptome wurden bei der Aufnahme mit einer Kombination von Fragen erfasst, die auf dem Patient Health Questionnaire-9 basierten. Bei 41.929 Studienteilnehmern wurde zudem mittels T1-gewichteter MRT das Volumen der grauen Substanz in verschiedenen Hirnregionen bestimmt.

Unter Anwendung einer Untergruppe der Bradford-Hill-Kriterien, darunter die Effektstärke, die Spezifität, der zeitliche Zusammenhang, die biologische Pausibilität und die Kohärenz, erwiesen sich Depressionen als starker Risikofaktor für das Auftreten von Demenz (OR 1,76; 95%-KI 1,63–1,90). Dieser Zusammenhang war spezifisch für Depressionen und nicht für andere häufig genannte Störfaktoren.

Depressive Symptome nahmen in den 10 Jahren vor der Demenzdiagnose rapide zu. Zudem zeigte die Schwere der depressiven Symptome eine Dosis-Wirkungs-Beziehung zum Demenzrisiko. Depressionen im höheren Alter korrelierten mit einem reduzierten Volumen der grauen Substanz, dessen Muster typisch für Alzheimer war. In jüngerem Alter gingen Depressionen hingegen mit einem reduzierten Volumen der grauen Substanz in den Frontallappen und im Kleinhirn einher.

Fazit
Die Studie liefert Hinweise darauf, dass der Zusammenhang zwischen Depression und Demenz auf einer umgekehrten Kausalität beruht. Ein kleinerer Teil der Kausalität deutet zudem klar darauf hin, dass beide Mechanismen den Zusammenhang bedingen. (ej)

Autoren: Paris A et al.
Korrespondenz: Charles R Marshall; [email protected]
Studie: Depression and dementia: interrogating the causality of the relationship
Quelle: J Neurol Neurosurg Psychiatry 2025 May 14;96(6):573–581.
Web: https://doi.org/10.1136/jnnp-2024-334675