Forschende finden Wirkstoff, der die Rehabilitation nach Schlaganfall ersetzen könnte31. März 2025 Die Rehabilitation nach Schlaganfall ist oft auch deshalb nicht sehr erfolgreich, weil Patienten die benötigte Intensität nicht dauerhaft erbringen können. (Foto: © Studio Romantic – stock.adobe.com) US-amerikanische Forscher haben eigenen Angaben zufolge das erste Medikament entdeckt, das die Auswirkungen einer physischen Schlaganfall-Rehabilitation imitiert. Die Ergebnisse an Modellmäusen konnten sie an Menschen vollständig reproduzieren. Der Schlaganfall ist die häufigste Ursache für Behinderungen im Erwachsenenalter, da sich die meisten Patienten nicht vollständig von den Folgen des Schlaganfalls erholen. Bislang gibt es keine Medikamente, die die Folgen eines Schlaganfalls heilen können, sodass Schlaganfallpatienten sich einer körperlichen Rehabilitation unterziehen müssen, die sich als nur mäßig wirksam erwiesen hat. „Unser Ziel ist es, ein Medikament zu entwickeln, das Schlaganfallpatienten einnehmen können und das die gleiche Wirkung hat wie die Rehabilitation“, erklärte Dr. S. Thomas Carmichael, Hauptautor der Studie und Professor und Lehrstuhlinhaber für Neurologie an der University of California in Los Angeles, USA. „Die Rehabilitation nach einem Schlaganfall ist in ihrer tatsächlichen Wirkung begrenzt, da die meisten Patienten die für die Erholung vom Schlaganfall erforderliche Reha-Intensität nicht durchhalten können.“ „Darüber hinaus ist die Rehabilitation nach einem Schlaganfall nicht mit den meisten anderen medizinischen Bereichen vergleichbar, in denen Medikamente zur Behandlung der Krankheit zur Verfügung stehen, wie etwa in der Kardiologie, bei Infektionskrankheiten oder Krebs“, so Carmichael weiter. „Die Rehabilitation ist ein Ansatz der physikalischen Medizin, den es seit Jahrzehnten gibt; wir müssen die Rehabilitation in das Zeitalter der molekularen Medizin überführen.“ In der Studie wollten Carmichael und sein Team daher zunächst herausfinden, wie die körperliche Rehabilitation die Hirnfunktion nach einem Schlaganfall verbessert und ob sie ein Medikament entwickeln können, das dieselbe Wirkung erzielt. Bei ihrer Arbeit mit Labormäusen und Schlaganfall-Patienten stellten die UCLA-Forscher fest, dass bei einem Schlaganfall Gehirnzellen, die sich in größerer Entfernung von der Schlaganfallstelle befinden, von anderen Neuronen getrennt werden. Infolgedessen feuern die Gehirnnetzwerke nicht mehr gemeinsam, wenn es um Dinge wie Bewegung und Gangart geht. Das UCLA-Team fand heraus, dass hiervon insbesondere Parvalbumin-Neuronen betroffen sind. Diese Art von Nervenzellen trägt dazu bei, die Gamma-Oszillation zu erzeugen, die die Neuronen miteinander verbindet, sodass sie koordinierte Netzwerke bilden, um beispielsweise eine Bewegung zu erzeugen. Bei einem Schlaganfall gehen die Gamma-Oszillationen im Gehirn verloren. Eine erfolgreiche Rehabilitation brachte sowohl bei Labormäusen als auch bei Menschen die Gamma-Oszillationen zurück und stellte im Mausmodell die verlorenen Verbindungen der Parvalbumin-Neuronen wieder her. Carmichael und sein Team identifizierten daraufhin zwei Wirkstoffkandidaten, die nach einem Schlaganfall ebenfalls Gamma-Oszillationen erzeugen könnten. Diese Medikamente wirken speziell auf die Erregung von Parvalbumin-Neuronen. Die Forscher fanden heraus, dass eines der Medikamente, DDL-920, das im UCLA-Labor von Dr. Varghese John, dem Mitautor der Studie, entwickelt wurde, zu einer deutlichen Erholung der Bewegungskontrolle führte. Die Forschenden betonen, dass nun weitere Studien erforderlich sind, um die Sicherheit und Wirksamkeit des Wirkstoffes zu verstehen, bevor er für Versuche am Menschen in Betracht gezogen werden könnte.
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