Forscher entwickeln CAR-T-Zellen gegen Osteosarkome19. März 2026 Dreidimensionale Darstellung eines Angriffs von Immunzellen auf Krebszellen. (Foto: © Sebastian Kaulitzki – stock.adobe.com) Forschende der Case Western Reserve University und der University Hospitals in Cleveland (USA) haben eine Immunzelltherapie entwickelt, die Osteosarkom-Tumore in Mausmodellen erfolgreich bekämpft. Osteosarkome betreffen vor allem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Phasen schnellen Knochenwachstums. Die Ursache ist unbekannt, steht jedoch offenbar im Zusammenhang mit DNA-Veränderungen in knochenbildenden Zellen und, in seltenen Fällen, mit genetischen Faktoren, wie die American Cancer Society berichtet. „In den zurückliegenden 40 Jahren haben sich die konventionellen Therapien für Osteosarkome, die aus Chemotherapie und Operation bestehen, kaum verändert“, sagte die leitende Forscherin der Studie, Reshmi Parameswaran, außerordentliche Professorin am Department of Medicine der Case Western Reserve School of Medicine. „Unser neuer Ansatz bietet die Möglichkeit einer gezielten Behandlung, die das körpereigene Immunsystem zur Bekämpfung des Krebses nutzt – und damit potenziell bessere Ergebnisse bei weniger Nebenwirkungen als die traditionelle Chemotherapie verspricht.“ Immunzellen erkennen Osteosarkomzellen zielgerichtet Bei Blutkrebsarten wie Leukämie und Lymphomen hat die CAR-T-Zelltherapie (Chimeric Antigen Receptor T-cell) die Behandlung revolutioniert. Bei soliden Tumoren wie dem Osteosarkom hat sie sich jedoch als weitaus weniger wirksam erwiesen. Die Ursache hierfür sieht das National Cancer Institute (NCI) darin, dass Krebszellen in soliden Tumoren komplexer sind und unterschiedliche Marker auf ihrer Oberfläche aufweisen, was es für CAR-T-Zellen schwierig macht, alle Krebszellen effektiv zu finden und anzugreifen. Das Forschungsteam löste dieses Problem jedoch durch die Entwicklung von CAR-T-Zellen, die den Liganden Oncostatin M (OSM) exprimieren. Dieser bindet an den OSM-Rezeptor, der auf der Oberfläche von Osteosarkomzellen überexprimiert wird. Den Forschenden zufolge stellt dies einen neuen Ansatz zur Behandlung von Osteosarkomen dar, der es den gentechnisch veränderten Immunzellen ermöglicht, mehrere Rezeptoren auf Krebszellen gleichzeitig zu identifizieren. Hoffnung auch bei Metastasenbildung Wie Parameswaran berichtet, zeigte die OSM-CAR-T-Zelltherapie bei allen getesteten Proben von Osteosarkom-Patienten eine antitumorale Wirkung, darunter auch Metastasen. „Die Ausbreitung von Tumorzellen auf andere Organe im Körper ist ein ernstes Problem bei Osteosarkom-Patienten, wodurch diese auf die meisten bestehenden Therapien nicht ansprechen. OSM-CAR-T-Zellen waren in Mausmodellen wirksam bei der Abtötung von Tumorzellen, die sich auf andere Organe ausgebreitet hatten, was diesen Patienten Hoffnung gibt.“ Das Team geht davon aus, dass die Behandlung innerhalb von zwei Jahren in klinischen Studien getestet wird. Bei Erfolg könnte die Therapie als neue Option angeboten werden, den Bedarf an Operationen verringern und Patienten mit metastasierter Erkrankung neue Hoffnung geben. (ej/BIERMANN)
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