Forschung: Einfluss von Melatonin auf das Risiko der AMD-Entwicklung und deren Progression13. August 2024 Symbolbild.©Svetlana-stock.adobe.com Eine US-amerikanische Studie hat ergeben, dass die Einnahme von Melatonin das Risiko für die Entwicklung einer altersbedingten Makuladegeneration (AMD) senken sowie die Progression einer bestehenden nichtexsudativen AMD verlangsamen könnte. Frühere wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Melatonin nachweislich mehreren Prozessen entgegenwirkt, von denen bekannt ist, dass sie die AMD begünstigen. Bislang war aber noch unklar, ob Melatonin einen Nutzen gegen AMD haben kann. Deshalb haben US-amerikanische Wissenschaftler untersucht, ob ein Zusammenhang zwischen einer Melatonin-Supplementierung und dem Risiko der Entwicklung oder dem Fortschreiten der AMD besteht. Für diese retrospektive Kohortenstudie griffen die Forscher auf Daten von TriNetX zurück, einer nationalen Datenbank mit anonymisierten elektronischen Krankenakten von stationären und ambulanten Gesundheitseinrichtungen in den USA. Eingeschlossen wurden Patienten im Alter von 50 Jahren oder älter, 60 Jahren oder älter und 70 Jahren oder älter ohne Vorgeschichte von AMD und mit nicht-exsudativer AMD. Auf der Grundlage des Vorhandenseins von Melatonin-Medikationscodes innerhalb der Daten zwischen dem 14. November 2008 und dem 14. November 2023 wurden die Patienten in die Melatonin-Gruppe oder in die Kontrollgruppe eingeteilt. Die Wissenschaftler führten ein Propensity-Score-Matching (PSM) durch, um die Kohorten anhand von demografischen Variablen, Komorbiditäten und der Einnahme von Nicht-Melatonin-Hypnotika abzugleichen. Nach dem PSM verglichen die Forscher die Melatonin- und die Kontrollkohorte miteinander, um die Risikoverhältnisse und die 95 Prozent-Koinzidenzintervalle für das Auftreten eines Ergebnisses zu ermitteln. Für die AMD-naive Gruppe wurde das Ergebnis als eine neue Diagnose einer AMD definiert, während für die Gruppe der nichtexsudativen AMD das Ergebnis die Progression zu einer exsudativen AMD war. Von 121.523 Patienten in der Melatonin-naiven Gruppe im Alter von 50 Jahren oder älter ermittelte das Wissenschaftsteam, dass die Einnahme von Melatonin mit einem geringeren Risiko für die Entwicklung von AMD verbunden war (RR, 0,42; 95 % CI, 0,28-0,62). Unter 66.253 Patienten im Alter von 50 Jahren oder älter in der Gruppe der nichtexsudativen AMD und 61.903 in der Kontrollkohorte war die Melatonineinnahme mit einem verringerten Risiko des Fortschreitens der AMD zur exsudativen AMD verbunden (RR, 0,44; 95% CI, 0,34-0,56). Die Ergebnisse waren laut den Studienautoren in Untergruppen von Personen im Alter von 60 Jahren oder älter (AMD-naive Kohorte: RR, 0,36 [95% CI, 0,25-0,54]; nichtexsudative AMD-Kohorte: RR, 0,38 [95% CI, 0,30-0,49]) und 70 Jahren oder älter konsistent (AMD-naive Kohorte: RR, 0,35 [95% CI, 0,23-0,53]; nichtexsudative AMD-Kohorte: RR, 0,40 [95% CI, 0,31-0,51]). Aus diesen Ergebnissen schlussfolgerten die Autoren, dass die Einnahme von Melatonin mit einem geringeren Risiko für die Entwicklung und das Fortschreiten von AMD verbunden zu sein scheint. Sie machten aber darauf aufmerksam, dass Lebensstilfaktoren diesen Zusammenhang beeinflusst haben könnten. Deshalb sind aus Sicht der Wissenschaftler weitere Forschungen zur Wirksamkeit der Verwendung von Melatonin als präventive Therapie gegen AMD notwendig. (sas)
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