Forschung Patienten: Niedergelassene Gastroenterologen dokumentieren Versorgungslage23. Oktober 2018 Foto: © momius/Fotolia Viele Erkrankungen des Verdauungssystems zeigen einen schleichenden, chronischen Verlauf, der zu lebensbedrohlichen Funktionsstörungen wichtiger Organe führen kann. Prävention und Früherkennung kommt in diesem Zusammenhang eine ebenso große Bedeutung zu wie der rechtzeitigen und konsequenten Umsetzung der oft anspruchsvollen Therapien. Dabei ist es unerlässlich, in den Praxen der niedergelassenen Ärzte Therapieverläufe zu dokumentieren und aus den gewonnenen Daten Erkenntnisse für die Optimierung und Weiterentwicklung von medizinischen Maßnahmen zu gewinnen. Ein Beispiel ist die Therapie der Primär Biliären Cholangitis (PBC). Die in der Regel Frauen betreffende Erkrankung ist zwar selten, aber nicht heilbar. Im Endstadium führt sie zu Leberversagen. Es gibt eine medikamentöse Standardtherapie, die den Krankheitsverlauf verzögern und in seinen Folgen abschwächen kann. Darüber hinaus gibt es medikamentöse Alternativen, wenn die Standardtherapie nicht greift. Verlässliche Daten zum langfristigen Behandlungserfolg und zur Prognose des Krankheitsverlaufs bei Patienten in Deutschland sind allerdings kaum zu finden. Dr. Dietrich Hüppe, Leberexperte vom Berufsverband der Niedergelassenen Gastroenterologen (bng), hat deshalb Daten von mehr als 200 Patienten einer Herner Schwerpunktpraxis aus den vergangenen 25 Jahren erhoben und ausgewertet. Das wichtigste Ergebnis laut Hüppe: „Die Prognose der Erkrankung ist günstig. Nur 0.3 Prozent der Erkrankten entwickeln pro Jahr unter Standardtherapie eine Leberzirrhose.“ Er konnte darüber hinaus dokumentieren, welche Kriterien trotz Standardtherapie auf eine ungünstige Prognose hinweisen. Mit diesem Wissen können Ärzte besser entscheiden, wann eine zusätzliche Behandlung mit anderen Medikamenten erforderlich ist. „Als Berufsverband sehen wir eine wichtige Aufgabe darin, die Versorgungsforschung im ambulanten Bereich zu unterstützen, zu organisieren und zu koordinieren“, sagte Verbandssprecherin Dr. Dagmar Mainz. „Die Vielzahl der Forschungsergebnisse von niedergelassenen Kollegen, die auch auf internationalen Kongressen Beachtung finden, zeigt, dass wir in Deutschland auf einem guten Weg sind.
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