Forschung trifft auf Industrie: Helmholtz fördert neue Innovation Labs10. Oktober 2019 Foto: © sdecoret – Adobe Stock Helmholtz hat neun neue Innovation Labs ausgewählt. Die Forschungsprojekte sollen Wissenschaft und Wirtschaft noch enger zusammenzubringen. Dafür erhalten sie insgesamt 17,3 Millionen Euro für einen Zeitraum von fünf Jahren. „In den Helmholtz Innovation Labs öffnen wir unsere Infrastrukturen für Partner aus der Wirtschaft“, sagt Otmar D. Wiestler, der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. „Der gegenseitige Austausch und die gemeinsame Entwicklung von Projekten vor Ort fördern den Transfer von Forschungsergebnissen in die Anwendung maßgeblich. Ich freue mich, dass wir jetzt neun vielversprechende Projekte auswählen konnten, die ein breites Feld an wissenschaftlich und wirtschaftlich interessanten Themen abdecken.“ In den Helmholtz Innovation Labs bearbeiten Helmholtz-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler mit Kollegen aus der Industrie – vom Konzern über den Mittelstand bis zum Start-Up – gemeinsame Projekte. Da die Labs in eine langfristige Strategie eingebettet sind, geht ihr Ansatz weit über Auftragsforschung hinaus. Zudem stehen den Projektpartnern an den Helmholtz-Zentren die besonderen Infrastrukturen zur Verfügung. Die Labs, die nun in der zweiten Ausschreibungsrunde dieses Förderinstruments ausgewählt wurden, werden für zunächst drei Jahre aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds des Präsidenten sowie aus Mitteln der Helmholtz-Zentren und der beteiligten Unternehmen finanziert. Nach erfolgreicher Zwischenevaluation kann die Förderung um zwei Jahre verlängert werden. „Anschließend sollen sich die Labore selbst tragen, etwa über eingeworbene Drittmittel, Beiträge der Ausgründungen oder der Industriepartner“, sagt Wiestler. „Mit dieser langfristig ausgerichteten Strategie sollen die Helmholtz Innovation Labs über bisherige Transferformen hinausgehen und neue Impulse setzen.“ In der ersten Ausschreibungsrunde im Jahr 2016 waren bereits sieben Projekte für eine Förderung ausgewählt worden. Unter den neun aktuellen Projekte, die eine Gesamtförderung von 17,3 Millionen Euro erhalten, sind z.B.: BaoBab (Brain antibody-omics and B-cell Lab) am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) entwickelt eine Plattform zur Herstellung und Charakterisierung monoklonaler Autoantikörper aus der Rückenmarksflüssigkeit. Diese Autoantikörper sollen zum einen als Forschungswerkzeuge, zum anderen zur Entwicklung neuer diagnostischer und therapeutischer Verfahren bei neuropsychiatrischen und neurodegenerativen Erkrankungen dienen. Weitere Infos und Kontakt: Dr. Harald Prüß, [email protected] SuFIDA (surfaced-based fluorescence immuno digital assay) am Forschungszentrum Jülich kann einzelne Marker-Moleküle für eine genauere Diagnose von schwer diagnostizierbaren Krankheiten zählen, ist digital und sensitiver als das in Forschung und Medizin eingesetzte ELISA-Verfahren. Das Ziel des Labs ist es, gemeinsam mit starken Partnern aus Industrie und Akademie herkömmliche Verfahren zu ersetzen. Weitere Infos und Kontakt: Prof. Dr. Dieter Willbold, [email protected] FlexiSens (Smarte Sensorik) am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) entwickelt und vermarktet in Zusammenarbeit mit seinen Partnern künftig neuartige Magnetfeldsensoren auf ultradünnen, flexiblen Substraten. Diese Sensoren haben ein sehr breites Anwendungsspektrum, zum Beispiel in der Elektromobilität und im Maschinenbau. Neben den schon gewonnenen Partnern sind weitere Partner aus Industrie und Forschung zur Mitarbeit an diesen neuartigen Magnetfeldsensoren eingeladen. Weitere Infos und Kontakt: Dr. Denys Makarov, [email protected]
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