Forschungsbau für Herz-Kreislauf-Erkrankungen an der Medizinischen Fakultät Mannheim geplant20. Mai 2022 Der Forschungsbau Center for Cardiovascular Disease Control (hinten Mitte) fügt sich in das geplante Gebäudeensemble des Lehr- und Forschungscampus der Medizinischen Fakultät Mannheim rund um das denkmalgeschützte Kesselhaus ein. Bild: UMM Der Wissenschaftsrat hat im Rahmen seiner Frühjahrssitzungen das von der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg beantragte Center for Cardiovascular Disease Control (CCDC) mit dem Prädikat „sehr gut bis herausragend“ bewertet und zur Förderung empfohlen. Dies gab die Universitätsmedizin Mannheim am Montag, den 2. Mai 2022, bekannt. Der Forschungsbau ist mit einer Fördersumme in Höhe von insgesamt rund 66,2 Mio. Euro verbunden. Der Bund beteiligt sich hieran mit 50 Prozent, die übrigen 50 Prozent teilen sich die Medizinische Fakultät Mannheim und das Land Baden-Württemberg. Mit dem CCDC soll ein deutschlandweit einzigartiges und international sichtbares Forschungsinstitut geschaffen werden, das die Rolle des die Organe versorgenden Gefäßsystems als Ausgangspunkt kardiovaskulärer Erkrankungen, aber auch insgesamt in der Steuerung von physiologischen und pathologischen Prozessen, in den Mittelpunkt seiner Forschung stellt. Unter anderem mit dem bereits existieren Sonderforschungsbereich 1366 „Vaskuläre Kontrolle der Organfunktion“ haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät Mannheim wesentliche Beiträge zu dieser Neuausrichtung der vaskulären Forschung hin zu einer aktiven Rolle der Gefäßwandzellen in der Krankheitsentstehung geleistet. Auf der Basis dieser Expertise verfolgt das CCDC mit einer hochspezialisierten personellen und technologischen Infrastruktur eine interdisziplinäre Forschungsprogrammatik. Auf einer Fläche von rund viereinhalbtausend Quadratmetern werden in dem geplanten Forschungsbau mehr als 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen wie der biomedizinischen Grundlagenforschung, der Biomarkerforschung, der Künstlichen Intelligenz und Bioinformatik, der klinischen Medizin und der Public Health ihr Fachwissen bündeln. Das Gefäßsystem als Spiegel der lokalen und systemischen Gesundheit zu erforschen, die Kommunikationsprozesse im Gefäßsystem aufzuklären und das darin liegende Potenzial zur Identifizierung neuer prädiktiver vaskulärer Biomarker zu heben, ist der Weg zum gemeinsamen Ziel: einer neuen Qualität der kardiovaskulären Präventivmedizin auf der Basis evidenzbasierter, personalisierter Interventionsstrategien. Ein solches Zentrum mit einem Schwerpunkt in vaskulär-fokussierter Präventivmedizin gibt es bislang weder in Deutschland noch in Europa oder den USA. Der Spatenstich für den Forschungsbau ist für den Sommer 2023 geplant, im Laufe von fünf Jahren soll das CCDC den Forschungsbetrieb aufnehmen.
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