Forschungsministerin Anja Karliczek besucht Kinderonkologie der Charité25. Juni 2019 Foto: © WindyNight – Adobe/Stock Jedes Jahr erkranken rund 2300 Kinder und Jugendliche in Deutschland an Krebs. Insbesondere in den letzten Jahrzehnten haben sich Diagnostik und Therapie stetig verbessert – heute überleben mehr als 80 Prozent der Mädchen und Jungen die schwere Erkrankung. Doch wie sehen neue Behandlungsansätze aus? Und wie kommen diese schnellstmöglich zu den kleinen Patienten? Die Bundesforschungsministerin Anja Karliczek informierte sich bei ihrem Besuch an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Warum können Tumore bereits im Kindesalter entstehen und aus welchen Bausteinen sind sie? Wie kann das Immunsystem lernen, Krebszellen gezielt zu erkennen und entsprechend zu bekämpfen? Und warum kann ein bereits behandelter Tumor zurückkehren? Die Ministerin sprach darüber heute mit Expertinnen und Experten der Kinderonkologie sowie dem Charité-Vorstand. Darüber hinaus begegnete sie Kindern, die den Krebs besiegt haben. Dabei betonte sie die Bedeutung von individualisierten Therapien, auch im Rahmen der Nationalen Dekade gegen Krebs, die das Bundesforschungsministerium Anfang 2019 gemeinsam mit weiteren Partnern gestartet hatte. „Wir brauchen eine starke Krebsforschung in Deutschland. Denn neueste Erkenntnisse ermöglichen es, bei Diagnose und Therapie immer passgenauer auf den einzelnen Patienten eingehen zu können. Besonders bei Kindern und Jugendlichen konnten hier bereits erhebliche Verbesserungen erzielt werden”, erklärte Karliczek. “In der Nationalen Dekade gegen Krebs mobilisieren wir alle Kräfte, um Neuerkrankungen zu verhindern, den Anteil heilbarer Krebserkrankungen weiter zu erhöhen und die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten mit Krebs spürbar zu verbessern. Voraussetzung dafür ist ein gemeinsames und langfristiges Handeln von Wissenschaft, Gesundheitswesen, Politik und Gesellschaft.“ Bei der Häufigkeit verschiedener Krebserkrankungen gibt es große Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen, daher werden eigene Forschungsprogramme in der Kinderonkologie benötigt. Die häufigsten Krebserkrankungen bei Kindern sind akute Leukämien – die ungefähr ein Drittel ausmachen – gefolgt von Hirntumoren und Neuroblastomen. Auch Prof. Angelika Eggert, Direktorin der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie, betonte die Bedeutung von kliniknaher und starker Forschung: „Wir sehen jeden Tag Kinder, die an Krebs erkrankt sind. Unser Ziel ist es, Therapien zu entwickeln, die bei möglichst vielen Patienten eine dauerhafte Heilung ermöglichen. Da jeder kleine Patient individuell ist, ist auch jede Erkrankung und jeder Tumor individuell. Daher ist eine gezielte, auf den Patienten abgestimmte Behandlung entscheidend.“ Neue Therapieansätze zur Behandlung kindlicher Krebserkrankungen, wie molekular gezielte Therapien oder Immuntherapie mit CAR-T-Zellen, werden an der Charité mit gutem Erfolg angewendet und können zudem auch geringere Nebenwirkungen und Einschränkungen bedeuten. Unabhängig von der Therapie ist die medizinische Versorgung aber nur eine Seite der Krebsbehandlung. „Für die Kinder ist es wichtig, dass ihr Alltag mit Freunden und Familie möglichst weitergeht und ein Stück Normalität erhalten werden kann“, fügte Eggert hinzu. Für den Aufenthalt in der Klinik können dank Förderern beispielsweise auch psychosoziale und pädagogische Beratungen angeboten werden.
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