Forschungsprojekt des DZNE zu Autoantikörpern erhält 2,3 Millionen Euro12. November 2019 Quelle: DZNE/Daniel Bayer Forscher des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) entwickeln ein technisches Verfahren, mit dem Autoantikörper, die Hirnerkrankungen verursachen, identifiziert und erforscht werden können. Das Team um Projektleiter PD Dr. Harald Prüß erhält rund 2,3 Millionen Euro Fördermittel aus dem Helmholtz Impuls- und Vernetzungsfond in der Förderlinie Helmholtz Innovation Labs. Antikörper schützen vor Viren und Bakterien. Aber manchmal greift das Immunsystem den eigenen Körper an: Es produziert in einer fehlgeleiteten Immunreaktion Autoantikörper, die die eigenen Zellen schädigen, statt Krankheitserreger zu bekämpfen. Wenn die Autoantikörper ins Gehirn gelangen, können sie neurodegenerative und neuropsychiatrische Krankheiten auslösen. Im Projekt „BaoBab“ wird jede Art von im Gehirn vorkommenden Autoantikörpern erforscht. Dazu entwickelt Harald Prüß vom DZNE Berlin in Zusammenarbeit mit Dr. Eugenio Fava vom DZNE Bonn eine technische Plattform, mit der in einem automatisierten Verfahren viele Tausende Autoantikörperformen aus Liquor charakterisiert und gewonnen werden sollen. Das Nervenwasser stammt von Menschen mit unterschiedlichen immunologischen, neuropsychiatrischen und neurodegenerativen Erkrankungen: von Enzephalitis über Antikörper-assoziierte Psychosen bis hin zu Demenzen und Entwicklungsstörungen. „Wir möchten verstehen, wie diese Antikörper die Funktion von Nervenzellen beeinflussen“, erklärt Prüß. „Außerdem sind die Autoantikörper das ideale Werkzeug, um neue Diagnostik und neue Therapien von Antikörper-vermittelten Störungen der Hirnfunktion zu entwickeln. Das DZNE kooperiert bei ‚BaoBab‘ auch mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft.“
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