Forschungsprojekt „Hearing in Penguins“ endet vorerst4. Mai 2021 Helen Rößler beim Training mit den Humboldt-Pinguinen im OZEANEUM Stralsund. Foto: Anke Neumeister/Deutsches Meeresmuseum. Die seit Januar 2018 am Deutschen Meeresmuseum Stralsund in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern aus Deutschland und Dänemark durchgeführte Studie zum Hörvermögen von Pinguinen endete im April mit einer digitalen Abschlusskonferenz. Die Wissenschaftler*innen legten mit dem Projekt den Grundstein für zukünftige Forschungsarbeiten über das Hörvermögen von tauchenden Vögeln und trugen zu einem größeren Verständnis bei, inwiefern auch Meeresvögel in der freien Natur vor Unterwasserlärm geschützt werden müssen. Im Rahmen des Projektes „Hearing in Penguins“ untersuchten in den letzten drei Jahren internationale Wissenschaftler*innen das Hörvermögen von Pinguinen über und unter Wasser. Sie wollten herausfinden, wie sensibel Pinguine auf natürliche und von Menschen verursachte Lärmquellen reagieren. Weltweit erstmalig trainierten sie Pinguine darauf, anzuzeigen, wenn sie verschiedene Töne mit geringer Lautstärke hören. Am Deutschen Meeresmuseum steht dieser sogenannte psychoakustische Ansatz kurz davor, die ersten Ergebnisse über das Hörvermögen der Tiere an der Luft zu liefern. Es werden Audiogramme erstellt, die die Frequenz- und Intensitätsschwelle zeigen, ab der Pinguine hören können. An der Süddänischen Universität, die in das Projekt involviert ist, entwickelten Forscher*innen eine nicht-invasive Methode, bei der die Pinguine eine mit Elektroden bestückte Haube tragen. Sie wird es in Zukunft einfacher machen, Audiogramme von Pinguinen ohne Training und in der freien Natur zu erstellen. Mitarbeiter*innen des Kooperationspartners Museum für Naturkunde Berlin erstellten diverse Kommunikationsformate zur Vermittlung der Problematik von Unterwasserlärm. Neben einer Informationsplattform entwickelten sie im Laufe des Projektes eine Audiogramm-Datenbank, die es Wissenschaftler*innen ermöglicht, die Audiogramme der Pinguine online mit denen anderer Tierarten zu vergleichen. Zudem untersuchten sie die Anpassungen des Gehörs der Pinguine mithilfe von Visualisierungen des Innenohrs durch CT-Scans von Sammlungsmaterial. Diese anatomischen Untersuchungen legen nahe, dass das Hörvermögen von Pinguinen beim Tauchen sehr wahrscheinlich erhalten bleibt. Übereinstimmend fanden die Forscher*innen der Süddänischen Universität heraus, dass die Pinguine im Zoo Odense bereits relativ leise Töne unter Wasser meiden. „Dies zeigt deutlich, dass auch tauchende Vögel sensibel auf Unterwasserschall reagieren und deshalb genauso vor Explosionen, Bauarbeiten auf See und geophysikalischen Erkundungen geschützt werden müssen wie Wale und Robben“, erklärt Dr. Michael Dähne, Projektleiter am Deutschen Meeresmuseum. Die bisherigen Ergebnisse des vom Umweltbundesamt geförderten Forschungsprojektes wurden am 28. und 29. April während der „Woche gegen Lärm“ in einer englischsprachigen Abschlusskonferenz online vorgestellt. Am Deutschen Meeresmuseum setzen sich die Wissenschaftler*innen derzeit für eine Verlängerung des Projektes ein, um sowohl die psychoakustischen Messungen als auch die Messungen mit der Haube am Museum abschließen zu können.
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