Forschungsprojekt: Innovativer Stent als Alternative zur Notoperation bei Aortendissektion16. April 2025 Das „InnoDiss“-Team (v.l.): Dr.-Ing. Michael Stiehm (Institut für ImplantatTechnologie und Biomaterialien e.V.), Dr. Semih Buz (Leiter Gefäßchirurgie am DHZC), Dr. Leonard Pitts (in Weiterbildung zum Facharzt für Herzchirurgie am DHZC), Arne Briest (VISAMED) und Prof. Jörg Kempfert (Leitender Oberarzt Herzchirurgie am DHZC). (Foto: ©DHZC/Maier) Wissenschaftler am Deutschen Herzzentrum der Charité (DHZC) wollen gemeinsam mit Partnern aus der Forschung und Industrie einen innovativen Stent zur minimalinvasiven Therapie der lebensbedrohlichen Typ-A-Aortendissektion entwickeln. Die akute Typ A-Aortendissektion ist ein akut lebensgefährlicher Notfall. Derzeit gibt es als wirksame Therapie nur die komplexe Notoperation am offenen Herzen, bei der der betroffene Aortenabschnitt vollständig durch eine Prothese ersetzt wird. Doch insbesondere für ältere oder vorerkrankte Patientinnen und Patienten birgt dieser Eingriff oft ein sehr hohes Risiko. Eine neue, minimalinvasive Therapie könnte diesen Menschen künftig eine lebensrettende Alternative bieten: Das Deutsche Herzzentrum der Charité (DHZC) will gemeinsam mit dem Institut für ImplantatTechnologie und Biomaterialien e.V. (IIB) sowie dem Medizinprodukteunternehmen VISAMED einen speziellen Stentgraft entwickeln, der über einen Katheter von der Leiste aus eingeführt wird und die gerissene Aortenwand von innen abdichtet. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt „Stentgraft für die minimal-invasive Behandlung von Aortendissektionen Typ A“ („InnoDiss“) über drei Jahre mit 2,1 Millionen Euro. Stentgraft mit speziellen Anforderungen nötig In anderen Bereichen der Aorta können Stents bereits minimalinvasiv eingesetzt werden, um Risse zu stabilisieren. Doch für die Aorta ascendens fehlt bisher eine passende Lösung, da ein solcher Stent extrem flexibel und innerhalb kürzester Zeit für jede Patientin bzw. jeden Patienten individuell anpassbar sein muss. Er darf weder die Gefäße zum Herzmuskel selbst noch die Abgänge zum Gehirn blockieren. Zudem muss die Gefäßstütze auch die „Windkesselfunktion“ der Aorta erfüllen: Den Ausgleich der starken Druckschwankungen zwischen Systole und Diastole. „Für viele Patient:innen, die heute noch als inoperabel gelten, könnte diese Entwicklung einen Wendepunkt bedeuten“, erklärt Prof. Jörg Kempfert, Leitender Oberarzt Herzchirurgie am DHZC und Projektleiter. „Mit einem speziell für die Aorta ascendens konzipierten Stentgraft könnten wir die Überlebensrate bei dieser lebensbedrohlichen Erkrankung deutlich steigern – besonders für jene Patient:innen, die den Belastungen einer offenen Operation nicht gewachsen wären.“ Das „InnoDiss“-Forschungsteam besteht neben Kempfert aus dem Assistenzarzt für Herzchirurgie Dr. Leonard Pitts sowie Experten des IIB e.V. und der VISAMED GmbH. Mit der Förderrichtlinie „Neue Therapieoptionen durch innovative Medizintechnik“ unterstützt das BMBF gezielt die Entwicklung innovativer Medizinprodukte, die zu einer besseren Patientenversorgung beitragen sollen.
Mehr erfahren zu: "Umbrella-Review: Opioide lindern viele akute Schmerzen nur kurzfristig" Umbrella-Review: Opioide lindern viele akute Schmerzen nur kurzfristig Eine neue Übersicht über 59 systematische Reviews verdeutlicht, dass Opioide bei vielen akuten Schmerzzuständen nur eine geringe und kurzfristige Linderung bewirken – bei einigen zeigen sie keinen klaren Vorteil gegenüber […]
Mehr erfahren zu: "Bundestag beschließt Änderungen an Krankenhausreform" Bundestag beschließt Änderungen an Krankenhausreform Eine Neuaufstellung der Krankenhäuser in Deutschland steht eigentlich schon im Gesetz. Union und SPD bringen jetzt aber Nachbesserungen der Krankenhausreform durch.
Mehr erfahren zu: "Angeborener Herzfehler: Fragebögen machen Belastungen im Alltag sichtbar" Angeborener Herzfehler: Fragebögen machen Belastungen im Alltag sichtbar Häufige Kontrolltermine, Unsicherheiten vor Eingriffen und Sorgen um Schule oder Entwicklung belasten viele Familien mit einem Kind mit angeborenem Herzfehler deutlich. Das zeigt eine aktuelle Studie des Universitätsklinikums Freiburg.