Forschungsprojekt zu Patientenfragebögen „MIA-PROM“ an der HSHL gestartet5. Dezember 2022 Foto: David Pereiras/stock.adobe.com Das Verbundprojekt „Multimodale interaktive Assistenz zur digitalen Erhebung von Patient-Reported Outcome Measures“(„MIA-PROM“) soll helfen, klinik- und patientenseitige Hürden bei der Erhebung Patient-Reported Outcome Measures (PROMs) zu reduzieren. PROMs nehmen in der aktuellen Diskussion einen zentralen Stellenwert bei der patientenzentrierten Transformation des Gesundheitswesen ein. Das Projekt wird an der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) von Prof. Jan-Niklas Voigt-Antons, Lehrgebiet „Angewandte Informatik“ mit dem Schwerpunkt Immersive Medien, durchgeführt. Gefördert wird es im Programm „Miteinander durch Innovation: Forschungsprogramm Interaktive Technologien für Gesundheit und Lebensqualität“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit 206.000 Euro und einer Laufzeit bis 2025. Das Gesamtziel des Verbundprojektes ist es, unter Zuhilfenahme von KI-Methoden ein multimodales, interaktives Assistenzsystem zur digitalen Erhebung von PROMs zu entwickeln, im klinischen Setting zu implementieren und zu evaluieren. Da PROM-Erhebungen immer relevanter werden, soll für klinische Settings ein technisches System entwickelt werden, das entweder Hürden bei bestehenden Untersuchungen reduziert oder es erleichtert, ein solches System überhaupt neu einzuführen. Patienten erhalten Unterstützung beim Ausfüllen des Fragebogens In dem angestrebten „Baseline Szenario“ wird die Erhebungssituation von einem Assistenzsystem begleitet und betreut, das entweder physisch neben dem Erhebungsgerät oder auch nur virtuell auf demselben Display vorhanden ist und Patienten beim Ausfüllen des PROMs Fragebogens bedarfsgerecht und barrierearm unterstützt. Das System soll dabei nicht nur auf eine Verbesserung der Erhebung selbst, sondern auch auf eine Passung der technischen Schnittstellen sowie die organisationale Implementierung fokussieren bzw. damit auch die mögliche Verbreitung des Produktes sicherstellen. Auf einer interaktionalen Ebene gilt es, die PROMs Erhebung durch zusätzliche Modalitäten barriereärmer zu gestalten. Das Assistenzsystem soll über sich selbst und die Potenziale der PROMs-Erhebung informieren und zur vollständigen Beantwortung aller Fragen motivieren. Darüber hinaus liegt patientenseitig ein besonderer Fokus auf der Reduktion der kognitiven Last – bspw. durch Adaption der Sprechgeschwindigkeit oder das Anbieten von Pausen. Dadurch sollen die Rücklaufquote und damit auch die Qualität der erhobenen Daten verbessert werden. Auf einer organisationalen Ebene sollen sowohl die einfache Implementierung als auch die Alltagstauglichkeit und Bedienbarkeit durch das Klinikpersonal im Zentrum stehen. Zudem soll das System möglichst flexibel in bestehende Arbeitsprozesse und organisationale Kulturen integrierbar sein. Dabei kommen dem Schutz der Patientendaten sowie der Interoperabilität der Systemarchitektur besondere Relevanz zu. Die weiteren Partner im Verbundprojekt sind die Hochschule für angewandte Wissenschaften München, die Charité – Universitätsmedizin Berlin, die Technische Universität Berlin und die beiden Unternehmen Acalta GmbH und dexter health GmbH. Evaluiert wird das Assistenzsystem im Rehazentrum Seehof und im Zentrum für ambulante Rehabilitation Berlin.
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