Forschungsverbund ATAC: Antikörper gegen Viren19. März 2020 Beispielhafter Blick auf die „Greifhand“ eines Antikörpers (Immunglobulin), mit der er Krankheitserreger aus dem Verkehr ziehen kann. (Grafik: © Stefan Dübel/TU Braunschweig) Forscher der Abteilung Biotechnologie der Technischen Universität Braunschweig sind an einem Forschungsprojekt beteiligt, in dem neuartige Antikörper-Therapien zur Behandlung akuter Corona-Virusinfektionen entwickelt werden sollen. Der internationale Forschungsverbund ATAC (Antibody Therapy Against Corona-Virus) entwickelt Antikörper-basierte Therapien gegen die durch das Virus SARS-CoV2 ausgelöste Lungenerkrankung COVID-19. Zur Erhöhung der Erfolgschancen geschieht dies in mehreren verschiedenen parallelen methodischen Ansätzen. Das Forscherteam der TU Braunschweig übernimmt dabei die Entwicklung menschlicher Antikörper. Der Forschungsverbund ATAC wird von der Europäischen Kommission zwei Jahre lang mit rund drei Millionen Euro gefördert. Insgesamt fördert die Europäische Kommission 17 Projekte mit 136 Forschungsteams aus der gesamten EU mit 47,5 Millionen Euro, um an der Entwicklung von Impfstoffen gegen COVID-19 sowie zur Behandlung und Diagnose zu forschen. Antikörper werden schon seit 125 Jahren erfolgreich therapeutisch eingesetzt, da sie im Gegensatz zu herkömmlichen Impfungen auch eine Behandlung bereits erkrankter Patienten ermöglichen. Emil von Behring hat dieses Behandlungsprinzip erstmals gegen Diphtherie eingesetzt und dafür 1901 den ersten Nobelpreis in der Medizin erhalten. An der TU Braunschweig werden – im Gegensatz zu den bisher meist in Tieren erzeugten Antiseren – rein menschliche Antikörper mithilfe der Antikörperphagendisplay-Technologie entwickelt. Mit dieser Technologie können menschliche Antikörper im Reagenzglas generiert werden. Dabei erhält man auch den Bauplan für den jeweiligen Antikörper und kann diesen in einer Zellkultur in beliebiger Menge und höchster Qualität produzieren Prof. Stefan Dübel, Leiter der Abteilung Biotechnologie und einer der Erfinder dieser Methode, Prof. Michael Hust, Leiter dieses Projekts, und das Team der Abteilung haben zudem bereits langjährige Erfahrung in der Entwicklung von neutralisierenden Antikörpern gegen Viren, wie zum Beispiel das Marburg-Virus, Ebola und HIV. Eine Entwicklung von Medikamenten gegen COVID-19 basierend auf diesem Wirkprinzip wird voraussichtlich mehrere Monate bis zu einem Jahr dauern, vor allem aufgrund der umfangreichen, aber notwendigen Tests auf Wirksamkeit und Verträglichkeit. An dem Projekt sind Arbeitsgruppen vom Karolinska Institutet (Schweden, Qiang Pan-Hammarström und Lennart Hammarström, Koordinatoren), Institute for Research in Biomedicine (Schweiz, Luca Varani and Davide Robbiani), Joint Research Centre- European Commission (Belgium, Luigi Calzolai), Policlinico San Matteo (Italien, Fausto Baldanti) und von der Technischen Universität Braunschweig (Deutschland, Michael Hust) beteiligt.
Mehr erfahren zu: "Nikotin bleibt ein global bedeutsamer Herz-Kreislauf-Risikofaktor" Nikotin bleibt ein global bedeutsamer Herz-Kreislauf-Risikofaktor Unabhängig von der Art des Konsums stört Nikotin die Gefäßfunktion und wirkt sich negativ auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit aus. Das verdeutlicht eine neue Analyse im „European Heart Journal“. Insbesondere Jugendliche müssen […]
Mehr erfahren zu: "Clusterkopfschmerz: Was frühe Dynamiken über Rezidive verraten" Weiterlesen nach Anmeldung Clusterkopfschmerz: Was frühe Dynamiken über Rezidive verraten Die Aktivität des Clusterkopfschmerzes steigt nach Erstmanifestation zunächst an und nimmt mit dem Alter wieder ab. Saisonale Muster und stärkere Attacken können auf ein erhöhtes Rezidivrisiko hindeuten.
Mehr erfahren zu: "Antikörpertherapien: Genetische Varianten können sie unwirksam machen" Antikörpertherapien: Genetische Varianten können sie unwirksam machen Schweizer Forscher berichten in einer aktuellen Arbeit, dass bereits aufgrund minimaler genetischer Abweichungen bestimmte antikörperbasierte Therapien bei manchen Patienten nicht wirken können.