Frank Elstner unterstützt neue Parkinson-Stiftung7. Mai 2020 Frank Elstner (© DPG/SWR/J. Krause-Burberg) Zitternde Hände, steife Muskeln, verlangsamte Bewegungen – die Diagnose Parkinson kann jeden treffen, auch jüngere Menschen. Um die Erforschung der unheilbaren, langsam fortschreitenden Hirnerkrankung voranzutreiben, hat die Deutsche Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG) gemeinsam mit prominenten Partnern aus Medizin, Wissenschaft und Gesellschaft die “Parkinson Stiftung” gegründet. Unterstützer und Mitglied im Stiftungsrat ist die TV-Legende Frank Elstner: “Wir wollen informieren, Mut machen und Geld für Forschung sammeln, die zu besseren Behandlungsmethoden führt. Vor allem wollen wir Betroffene motivieren, sich über die Erkrankung zu informieren und aktiv die Forschung zu unterstützen”, begründet der Fernsehmoderator und “Wetten, dass..?”-Erfinder sein Engagement. Anfang 2019 machte der 78-jährige öffentlich, dass er selbst an Parkinson erkrankt ist. Hoffnung auf neue Therapien gegen das Zittern Die Parkinson-Krankheit ist nach der Alzheimer-Krankheit die häufigste neurodegenerative Erkrankung weltweit. In Deutschland gibt es etwa 400.000 Parkinson-Patienten, jeder zehnte ist unter 40 Jahre alt. Der fortschreitende Verlust von Nervenzellen ist dank intensiver Forschung heute zwar viele Jahre lang gut behandelbar, aber nicht heilbar. Neue Therapien, die an den Ursachen ansetzen, und Forschungsergebnisse zur Früherkennung machen Forschern und Patienten Hoffnung, bald weitere entscheidende Schritte voranzukommen. Die Deutsche Parkinson Gesellschaft (DPG) e.V. hat daher die Parkinson-Stiftung mit einem anfänglichen Stiftungsvermögen von 750.000 Euro gegründet. Zweck der Stiftung ist die Förderung von Forschung, Lehre und Fortbildung in Bezug auf Parkinson-Syndrome und andere neurologische Bewegungsstörungen sowie die Verbesserung der medizinischen Versorgung in diesem Bereich. “Die Gründung der Parkinson Stiftung ist auf diesem Weg ein wichtiger Meilenstein, um die Erforschung der Parkinson-Syndrome und die Patientenversorgung voranzubringen. Die Fortschritte der Parkinson-Forschung sind derzeit sehr vielversprechend, brauchen aber dringend mehr finanzielle Unterstützung”, sagt Prof. Günter Höglinger, Direktor der Klinik für Neurologie der Medizinischen Hochschule Hannover und 1. Vorsitzender der DPG. Die Krankheit zum Stillstand bringen An Morbus Parkinson wird seit Jahrzehnten intensiv geforscht. Bisher können Mediziner nur die Symptome abschwächen. “Es gibt in der Parkinson-Forschung aber auch mehrere Ansätze, den Verfall der Nervenzellen im Gehirn frühzeitig zu erkennen und zu verlangsamen oder sogar zum Stillstand zu bringen”, sagt Höglinger. “Eine der Strategien, die die Forschung derzeit verfolgt, sind maßgeschneiderte Antikörper, die per Infusion verabreicht werden, ähnlich einer Impfung. Sie sollen die Ausbreitung von Alpha-Synuclein im Nervensystem verhindern und Ablagerungen reduzieren, die sich durch eine Fehlfaltung dieses Eiweißstoffs im Gehirn der Patienten ansammeln”, erklärt Prof. Karla Eggert, 2. Vorsitzende der DPG. Ein weiterer wichtiger Ansatz ist die Beobachtung, dass die Parkinson-Erkrankung im Darm entsteht und sich von dort im gesamten Nervensystem ausbreitet. “Das muss aber erforscht werden. Wenn wir das besser verstehen, kann mehr getan werden. Und dafür braucht die Forschung Unterstützung und auch Geld”, erklärt Prof. Alexander Storch, 3. Vorsitzender der DPG und Direktor der Klinik für Neurologie des Uniklinikums Rostock. In Vorstand und Beirat der Stiftung engagieren sich neben führenden Parkinson-Experten aus Medizin und Wissenschaft auch bekannte Persönlichkeiten wie Frank Elstner, der Unternehmer Torsten Fischer oder die Politikerin Barbara Stamm. Unterstützt wird die Stiftung außerdem von Partnern wie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, dem Kompetenznetz Parkinson, der Thiemann-Stiftung und dem Verein für REM-Schlaf-Verhaltensstörung. Herausforderung für jeden Patienten Die Parkinson-Krankheit verläuft bei jedem Betroffenen individuell. Die Patienten brauchen intensive Betreuung, müssen sich aktiv mit ihrer Krankheit auseinandersetzen und lernen, mit ihr zu leben. “Mir hat es sehr geholfen, mehr über die Krankheit von Experten zu erfahren und Informationen zu bekommen, auf die ich mich verlassen kann”, sagt Frank Elstner. “Je mehr man selbst über seine eigene Erkrankung lernt, umso besser kann man im Alltag mit ihr umgehen. Und je mehr geforscht wird, desto größer ist die Chance, etwas zur Heilung zu finden.”
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