Frankfurter Journalistin mit DGE-Medienpreis ausgezeichnet10. März 2021 Foto: © vegefox.com stock.adobe.com Die Frankfurter Journalistin Johanna Kuroczik ist die Gewinnerin des DGE-Medienpreises 2020/2021 der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie e. V. (DGE). In diesem Jahr legt der DGE-Medienpreis einen besonderen Fokus auf seltene endokrinologische Erkrankungen. Aus über 20 Bewerbungen wählte die Jury den Beitrag der studierten Medizinerin aus. Sie erhielt die mit 2 000 Euro dotierte Auszeichnung für ihren im Oktober 2020 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung erschienenen Artikel mit dem Titel „Wachstumssorgen“. Darin beleuchtet sie die medizinischen Hintergründe von Hoch- oder Kleinwuchs bei Kindern und gibt einen Überblick über den aktuellen Stand medikamentöser und operativer Behandlungsoptionen. Verliehen wurde der DGE-Medienpreis 2020/2021 im Rahmen des virtuellen 64. Deutschen Kongresses für Endokrinologie. Etwa 100 000 Frauen und Männer gelten in Deutschland als kleinwüchsig. Zu dieser Gruppe zählen Frauen mit einer Körpergröße von unter 1,53 Metern, bei Männern liegt die Grenze bei 1,67 Metern. Als hochwüchsig dagegen gelten Menschen, die zu den größten drei Prozent ihrer Altersklasse gehören. Hier liegt das Limit für Frauen aktuell bei 1,87 Metern, für Männer bei 2,02 Metern. Johanna Kuroczik setzt sich in ihrem Artikel „Wachstumssorgen“ intensiv mit den medizinischen Hintergründen von Klein- und Hochwuchs und seinen Behandlungsmöglichkeiten auseinander. Dafür hat sie mehrere Experten aus den Bereichen Endokrinologie und Kinder- und Jugendmedizin befragt. Auch Betroffene schildern die Probleme, mit denen sie im Alltag aufgrund ihrer Körpergröße konfrontiert sind. Für ihren hervorragend recherchierten und anschaulich geschriebenen Artikel erhält die Journalistin der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung den DGE-Medienpreis 2020/2021. „Der Beitrag von Frau Kuroczik überzeugt dadurch, dass die befragten Betroffenen und Experten mit ihren unterschiedlichen Einschätzungen ein sehr differenziertes Bild des Themas ‚Wachstumsstörungen‘ vermitteln“, sagt DGE-Mediensprecher Professor Dr. med. Matthias M. Weber. Während Hochwuchs nur in sehr seltenen Fällen medizinische Gründe hat und stattdessen meist auf Veranlagung zurückzuführen ist, können über 600 meist seltene Krankheiten oder Syndrome bei Kindern zu einem verlangsamten und geringen Wachstum führen, darunter etwa die Achondroplasie. Diese Genmutation kommt statistisch gesehen bei einem von 25 000 Kindern vor – Betroffene werden selten größer als 1,30 Meter. Eine operative Beinverlängerung kann ihnen einige Zentimeter Körpergröße mehr verschaffen, bedeutet jedoch auch eine mehrmonatige schmerzhafte Prozedur. Daneben stellt Johanna Kuroczik ein neues Medikament vor, das sich derzeit in der letzten Phase der klinischen Erprobung befindet und nach Meinung von Experten gute Ergebnisse verspricht. „Frau Kuroczik stellt neue Methoden bewährten Verfahren gegenüber und wägt das Für und Wider der Behandlungsoptionen sehr gut ab“, sagt Professor Dr. med. Dr. h.c. Helmut Schatz, Mitglied des DGE-Vorstands. „Neben den medizinischen Aspekten geht die Autorin auch sehr differenziert auf gesellschaftliche Vorstellungen ein: Diese können etwa dazu führen, dass sich hochwüchsige Menschen für eine Behandlung entscheiden, obwohl aus medizinischer Sicht eigentlich keine Erkrankung vorliegt“, ergänzt DGE-Präsident Professor Dr. med. Günter K. Stalla. Insgesamt hatten sich 22 Journalistinnen und Journalisten um den DGE-Medienpreis 2020/2021 beworben. „Wir freuen uns über die große Zahl der hochwertigen Bewerbungen. Denn es ist wichtig, dass die Bevölkerung über endokrinologische Erkrankungen informiert ist – sie können schließlich jeden treffen“, sagt DGE-Mediensprecher Weber.
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