Frauen bei Autoren systematischer Reviews in der Urologie deutlich unterrepräsentiert

Bei systematischen Reviews in der Urologie haben offenbar die Männer das Sagen. Foto: Robert Kneschke – stock.adobe.com

Unter den Autoren systematischer Übersichtsarbeiten in den großen urologischen Journals gibt es viel mehr Männer als Frauen. Das zeigt eine aktuelle Studie aus den USA und Kanada.

Die Gruppe um Philipp Dahm von der University of Minnesota in Minneapolis (USA) identifizierte alle veröffentlichten systematischen Reviews zu Fragen der Therapie/Prävention in fünf großen urologischen Fachzeitschriften (“The Journal of Urology”, “European Urology”, “Urology”, “BJU International” und “World Journal of Urology”) von 1998–2021. Sie bestimmten das Geschlecht von erstem, zweitem und korrespondierendem Autor sowie aller Autoren als binäre Variable (Frau oder Mann) unter Verwendung eines vordefinierten Algorithmus.

Die Wissenschaftler schlossen 523 systematische Reviews ein. Die wichtigsten Zeitschriftenbeiträge stammten von “European Urology” (32,6%), “BJU International” (22,0%) und “The Journal of Urology” (19,5%). Etwas mehr als die Hälfte (51,8%) der Reviews hatte ≥1 Koautorin, bei 37,5% waren die Autoren ausschließlich Männer, und bei 10,7% war es unklar. Erster, zweiter und korrespondierender Autor waren Frauen zu 13,7%, 12,4% bzw. 4,7%, und die mittlere Anzahl der weiblichen Mitwirkenden war 1 (Interquartilbereich 0–2). Die Erstautorenschaft von Frauen für den Zeitraum 1998­–2012 lag bei 13,0% (p=0,139) und die Senior-Autorenschaft bei 5,0% (p=0,270). In den Jahren 2013–2016 gab es 11,0% bzw. 4,1% Erst- und Senior-Autorinnen, und in den Jahren 2017–2021 stiegen diese Werte leicht auf 16,5% bzw. 5,1% (p=0,270).

Die Zahl der an systematischen Reviews beteiligten Frauen ist folglich gering und hat sich im Laufe der Zeit nicht verbessert. „Da wissenschaftliche Autorenschaft für den akademischen Aufstieg wichtig ist, kann dieser Befund zur Unterrepräsentation von Frauen in akademischen Führungspositionen beitragen“, schätzen Dahm und Kollegen. „Bemühungen zur Verbesserung der Geschlechterdiversität in der Urologie sollten eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den Geschlechtern umfassen“, fordern sie.

(ms)