Papillomviren: Frauen im mittleren Alter im Fokus

Papillomviren
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Wie ist es um die Epidemiologie von humanen Papillomviren mit hohem Risiko (hrHPV) im mittleren Erwachsenenalter bestellt? Um diese Frage zu beantworten, beurteilten Wissenschaftler um Tsung-Chieh (Jane) Fu von der University of Washington in Seattle, ob sich die Zusammenhänge zwischen dem Nachweis von hrHPV DNA und aktuellem Sexualverhalten danach unterschieden, ob es serologische Evidenz für eine frühere Infektion gab oder nicht.

Von 2011–2012 nahmen sie 409 Frauen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren in eine 6-monatige Längsschnittstudie auf. Zum einen erhoben sie Anamnesen zu Gesundheit und Sexualverhalten, zum anderen nahmen sie Serumproben für HPV-Antikörpertests und sammelten jeden Monat selbst erstellte Vaginalabstriche für die HPV-DNA-Genotypisierung.

Wie die Autoren feststellten, war, wenn die typenspezifische hrHPV-Serologie negativ war, aktuelles sexuelles Risikoverhalten positiv mit neu auftretender hrHPV DNA assoziiert (Odds Ratio bei Frauen, die mehr als ≥3 Gelegenheiten mit sexuellem Risikoverhalten angaben [z.B. neue oder mehrere Partner] vs. keine aktuelle sexuelle Aktivität = 9,8; 95 %-KI 2,4–40,6). Keinen Zusammenhang mit aktuellem Sexualverhalten sahen Fu und ihre Kollegen bei positiver Typen-spezifischer hrHPV-Serologie. Wie sie ferner berichten, seien 30 % der Detektion neu auftretender hrHPV DNA einer früheren Infektion (mit positiver Serologie) und 40 % aktuellem sexuellem Risikoverhalten (mit negativer Serologie) zuzuschreiben gewesen. Der Anteil der Detektion neu auftretender hrHPV DNA, der auf das Konto von sexuellem Risikoverhalten ging, nahm mit steigendem Alter ab. Bei Frauen mit serologischer Evidenz für eine frühere Infektion gehe eine Re-Detektion desselben hrHPV-Typs wahrscheinlich auf eine Reaktivierung oder intermittierende Detektion einer persistierenden Infektion zurück, so die Wissenschaftler. Ohne serologische Evidenz für eine ­frühere Infektion sei eine neue Detektion einer Neuansteckung oder der intermittierenden Detektion einer persistierenden Infektion zuzuschreiben.

 

Autoren: Fu TC et al.
Korrespondenz: Rachel L. Winer; [email protected]
Studie: Re-detection vs. new acquisition of high-risk human papillomavirus in mid-adult women
Quelle: Int J Cancer 2016;139(10): 2201–2212.
Web: dx.doi.org/10.1002/ijc.30283