Freiverkäufliche Schmerzmittel beschleunigen die Genesung nach einer Gehirnerschütterung

Ein Arzt untersucht einen Basketballspieler auf Anzeichen einer Gehirnerschütterung. (Foto: © rocketclips – stock.adobe.com)

Vorläufige Studienergebnisse, die auf der 77. Jahrestagung der American Academy of Neurology (5. bis 9. April 2025 in San Diego, USA) vorgestellt werden, deuten darauf hin, dass sich Menschen, die nach einer Gehirnerschütterung rezeptfreie Schmerzmittel einnehmen, schneller erholen.

„Diese Ergebnisse sind ermutigend, da es nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten für Gehirnerschütterungen gibt und frei verkäufliche Schmerzmittel leicht erhältlich und kostengünstig sind“, erklärte Studienautor Kyle Arnold von der University of Washington in Seattle, USA. „Wenn diese Ergebnisse durch eine kontrollierte Studie bestätigt werden können, könnten sie uns Hinweise auf mögliche Behandlungsoptionen für Menschen nach einer Gehirnerschütterung geben.“

Die Kohortenstudie wurde vom CARE-Konsortium der National Collegiate Athletic Association (NCAA) und des US-Verteidigungsministeriums durchgeführt und untersuchte NCAA-Sportler und Militärkadetten, die eine Gehirnerschütterung erlitten hatten. Insgesamt 813 Personen nahmen nach ihrer Gehirnerschütterung rezeptfreie Schmerzmittel wie Paracetamol, Ibuprofen oder andere nichtsteroidale Antirheumatika ein, während 848 Personen keine Schmerzmittel einnahmen.

Die Forscher untersuchten, wie lange es dauerte, bis 50 Prozent und 90 Prozent der Teilenehmer genesen waren und wieder uneingeschränkt ihren Aktivitäten nachgehen konnten. Dabei zeigte sich, dass bei Personen, die Schmerzmittel einnahmen, die Wahrscheinlichkeit, dass sie schneller uneingeschränkt aktiv sein konnten, um 20 Prozent höher war als bei Personen, die keine Schmerzmittel einnahmen. Diejenigen, die die Medikamente einnahmen, wurden bei einer 50-prozentigen Genesung durchschnittlich zwei Tage schneller und bei einer 90-prozentigen Genesung durchschnittlich sieben Tage schneller wieder freigegeben als diejenigen, die keine Medikamente einnahmen.

Bei Personen, die Schmerzmittel einnahmen, war die Wahrscheinlichkeit, dass sie schneller wieder beschwerdefrei waren, um 15 Prozent höher als bei denjenigen, die keine Schmerzmittel einnahmen. Bei 50 Prozent genesener Teilnehmer waren diejenigen, die Medikamente einnahmen, einen Tag früher beschwerdefrei als diejenigen, die keine Medikamente einnahmen. Bei 90 Prozent genesener Sportler waren sie drei Tage früher beschwerdefrei.

Diejenigen, die Schmerzmittel einnahmen, wiesen bei Tests, in denen der Schweregrad der Symptome insgesamt und die Stärke der Kopfschmerzen gemessen wurde, auch niedrigere Werte auf.

Die Forscher stellten außerdem fest, dass sich die Betroffenen umso schneller erholten, je früher sie die Schmerzmittel nach der Verletzung einnahmen. So kehrten beispielsweise diejenigen, die am ersten Tag ihrer Verletzung mit der Einnahme von Schmerzmitteln begannen, bei einer 50-prozentigen Genesung etwa acht Tage schneller zum Spiel zurück als diejenigen, die erst nach fünf oder mehr Tagen mit der Einnahme begannen.

Zwischen der Art des eingenommenen Schmerzmittels und der Geschwindigkeit der Genesung fanden die Forschenden keinen Zusammenhang.

„Eine frühzeitige Einnahme von Medikamenten scheint mit einer kürzeren Genesungszeit verbunden zu sein, aber diese Ergebnisse müssen durch weitere kontrollierte Studien bestätigt werden“, erklärte Arnold. „In der Zwischenzeit können diese vorläufigen Ergebnisse aber dazu beitragen, potenzielle Behandlungsoptionen für Menschen, die sich von einer Gehirnerschütterung erholen, zu ermitteln, aber es sind weitere Studien erforderlich, um definitivere Empfehlungen auszusprechen.“