Fruchtbarkeit beeinflusst durch Kommunikation zwischen Muskulatur und Gehirn20. Februar 2025 Foto: © GVS/stock.adobe.com Forscher der McGill University, Kanada, haben herausgefunden, dass ein in den Muskeln produziertes Protein dabei hilft, die Freisetzung eines Hormons zu steuern, das in der Hypophyse, einer erbsengroße Hormondrüse im Gehirn, produziert wird. Die neu entdeckte Kommunikationslinie zwischen Körpermuskel und Hypophyse könnte der neuen Studie zufolge eine unerwartete Rolle bei der weiblichen Fruchtbarkeit spielen. „Bis jetzt war nicht bekannt, dass diese beiden Organe miteinander kommunizieren oder wie sie das tun“, sagte der leitende Autor Prof. Daniel Bernard. Die Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Science“ veröffentlicht. Verzögerte Pubertät beobachtet Das untersuchte Hypophysenhormon, bekannt als Follikel-stimulierendes Hormon (FSH), fördert die Reifung von Eizellen in den Eierstöcken. Ein Mangel kann zu Unfruchtbarkeit führen. Das Muskelprotein Myostatin wirkt als natürliche Bremse des Körpers für das Muskelwachstum. Bei der Forschung an Mäusen stellten die Wissenschaftler nun fest, dass eine Senkung des Myostatinspiegels die Pubertät verzögerte und die Fruchtbarkeit verringerte. Die Wiederherstellung des Myostatinspiegels erhöhte den FSH-Spiegel, berichten die Forscher weiterhin. Aber ob dies die Fruchtbarkeit wiederherstellen kann, wird noch untersucht. Medikamente, die Myostatin blockieren, um Muskeln aufzubauen, werden zur Behandlung von Erkrankungen wie Muskeldystrophie entwickelt, erklären die Autoren. Pharmaunternehmen testen nach Angaben der Forscher derzeit auch, ob die Blockierung von Myostatin dabei helfen kann, Muskeln bei Menschen zu erhalten, die GLP-1-Rezeptor-Abnehmmedikamente wie Ozempic einnehmen, die sowohl zu Fett- als auch zu Muskelabbau führen können. Potenziellen Gesundheitsrisiken einer Myostatinblockierung Auf Basis der neuen Studie haben die Forscher jedoch Anlass zu Bedenken hinsichtlich der potenziellen Gesundheitsrisiken einer Myostatinblockierung: „Wir haben festgestellt, dass experimentelle Medikamente zur Behandlung von Muskelschwund den FSH-Spiegel bei weiblichen Mäusen senkten. Diese Medikamente können zwar effektiv Muskeln aufbauen, bergen aber das Risiko, die Fortpflanzungshormone und die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen“, betont Erstautorin Luisina Ongaro.
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