Frühe AMD: Neuer Ansatz für potenzielle Therapie entdeckt17. Juni 2025 Symbolbild.©pikovit-stock.adobe.com Eine aktuelle US-amerikanische Studie legt nahe, dass Heparansulfat (HS) eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der frühen AMD spielen könnte. Ein wesentliches Merkmal der frühen altersbedingten Makuladegeneration (AMD) ist die Bildung von Drusen – Ablagerungen aus Lipiden und Proteinen -, die sich zwischen zwei Schichten im hinteren Teil des Auges ansammeln – dem retinalen Pigmentepithel (RPE) und der Bruch‛schen Membran (BrM). Diese Drusen sind nicht nur Anzeichen der Erkrankung, sondern tragen aktiv zum Verlust der Sehkraft bei, indem sie die darüber liegende Netzhaut schädigen. Wissenschaftler vermuten, dass Lipoproteine – Fett-Protein-Komplexe wie High Density Lipoprotein (HDL) – eine wichtige Rolle bei der Bildung von Drusen spielen. Allerdings war bislang unklar, warum diese Lipoproteine überhaupt in der BrM verbleiben. Heparansulfat setzt Drusenbildung in Gang Diese Studie, die im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) von Dr. Christopher B. Toomey, Assistenzprofessor für Augenheilkunde am Shiley Eye Institute, des Viterbi Family Department of Ophthalmology, UC San Diego School of Medicine, San Diego, USA veröffentlicht wurde, zeigt, dass Heparansulfat (HS) in der BrM eine wichtige Rolle bei der frühen AMD spielt, indem es Lipoproteine einfängt und die Drusenbildung in Gang setzt. Die gezielte Bekämpfung dieser klebrigen Wechselwirkung könnte ein Weg sein, um frühe Anzeichen von AMD zu verhindern oder sogar rückgängig zu machen, bevor es zu einem Verlust der Sehkraft kommt. In der Studie konnte gezeigt werden, dass AMD-Patienten signifikant mehr HS im Makulabereich der BrM aufwiesen als Patienten ohne AMD. Auch sammelten sich Lipoproteinähnliche Partikel (wie HDL) in Bereichen mit hohem HS-Gehalt an. Das deutet den Autoren zufolge daraufhin, dass HS diese Partikel physisch einfangen kann. Als die Forscher AMD-Gewebe mit Heparin (einer HS-ähnlichen Verbindung) behandelten, konnten sie diese Lipoproteine auswaschen, was bestätigt, dass die Partikel tatsächlich an HS hafteten. Zudem zeigten die Lipoproteine eine starke Bindung an BrM, jedoch nur, wenn HS intakt war. Wenn HS entfernt wurde oder wenn spezielle Heparin-ähnliche Moleküle hinzugefügt wurden, löste sich die Bindung. Die Autoren sind deshalb überzeugt, dass es möglich sein könnte, die Lipoproteinansammlung in BrM mit Therapeutika zu verhindern oder umzukehren. Die Wissenschaftler sehen in nicht blutverdünnenden Formen von Heparin eine vielversprechende potenzielle Behandlungsmethode. Diese könnten helfen, schädliche Lipide „auszuwaschen”, ohne das Blutungsrisiko von normalem Heparin zu besitzen. (SaS)
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