Frühe Antibiotikagabe erhöht Risiko für Atopische Dermatitis

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Die rasch zunehmende Inzidenz der Atopischen Dermatitis (AD) deutet darauf hin, dass neben genetischen auch Umweltfaktoren zur Entwicklung beitragen. Südkoreanische Wissenschaftler haben nun Hinweise darauf gefunden, dass Antibiotika ein solcher Umweltfaktor zu sein scheinen.

An 1637 Kindern der COCOA-Kohorte untersuchten sie den Zusammenhang zwischen der AD-Inzidenz und dem Phänotyp der AD sowie der Antibiotikaexposition (>3 Tage) in den ersten 6 Lebensmonaten unter Berücksichtigung der verabreichten Dosis und des genetischen AD-Risikos (IL-13[rs20541]-Polymorphismus). Die AD-Phänotypen teilten sie in 4 Gruppen ein.

Dabei zeigte sich, dass eine Antibiotikaexposition innerhalb der ersten 6 Lebensmonate das Risiko einer AD im Alter von 3 Jahren dosisabhängig erhöhte (adjustierte Odds Ratio [aOR] 1,40; 95%-Konfidenzintervall [KI] 1,09–1,81). Eine Antibiotikaexposition erhöhte das Risiko für den früh-persistierenden AD-Phänotyp (aOR 2,50; 95%-KI 1,35–4,63) um mehr als das Doppelte.

Die Forschenden fanden darüber hinaus eine schwache Interaktion zwischen genetischen Polymorphismen und Umweltfaktoren bzgl. der Entwicklung einer AD (p für Interaktion = 0,06). Kinder mit dem IL-13(rs20541)GA + AA-Genotyp hatten danach ein höheres Risiko für den früh-persistierenden AD-Phänotyp, wenn sie mehr als 2-mal Antibiotika ausgesetzt waren, als Kinder mit dem IL-13(rs20541)GG-Genotyp und ohne Exposition gegenüber Antibiotika (aOR 4,73; 95%-KI 2,01–11,14).

Fazit
Die Autoren schlussfolgern, dass eine Antibiotika-Exposition innerhalb der ersten 6 Lebensmonate in Zusammenhang mit dem Auftreten einer frühen und persistierenden AD und einem dosisabhängigen Anstieg der AD-Inzidenz im Kindesalter steht, dessen Wirkung durch den IL-13(rs20541)-Genotyp modifiziert wird. (ej)

Autoren: Park MJ et al.
Korrespondenz: Soo-Jong Hong; [email protected]
Studie: Effect of early-life antibiotic exposure and IL-13 polymorphism on atopic dermatitis phenotype
Quelle: Pediatr Allergy Immunol 2021;32(7):1445–1454.
Web: https://doi.org/10.1111/pai.13531