Frühe Lungenrehabilitation bei akuten COPD-Exazerbationen: Kein signifikanter Effekt auf die 1-Sekunden-Kapazität, aber auf andere Parameter20. September 2022 XIAMEN (Biermann) – Chinesische Wissenschaftler haben in einer aktuellen Untersuchung beobachtet, dass eine frühe Lungenrehabilitationsmaßnahme im Vergleich zu einer Standardversorgung bei Patienten mit akuten Exazerbationen einer Chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen (AECOPD) unterschiedliche Effekte auf verschiedene relevante Maße und Outcomes hat. So führte eine früh begonnene Rehabilitation zwar zu besseren Ergebnissen beim 6-Minuten-Gehtest (6MWT), beim Schweregrad der Dyspnoe (ermittelt anhand des modifizierten Skala des Medicaund l Research Council [mMRC]) sowie beim St. George‘s Respiratory Questionnaire insgesamt (SGRQ total) und der körperlichen Domäne des 36-Item Short Form Survey (SF-36 physical). Allerdings ergab die Literaturauswertung der Forschenden keine signifikanten Auswirkungen einer frühen Lungenrehabilitation auf die 1-Sekunden-Kapazität (FEV1 in % vom Soll), auf die Dyspnoe-Scores auf der Borg-Skala und in der mentalen Domäne des SF-36 (SF-36 mental). Die Arbeitsgruppe hatte die Literaturdatenbanken PubMed, Medline, Google Scholar, Cochrane und Embase von deren Beginn bis Juli 2021 nach klinischen randomisierten, kontrollierten Studien (RCTs) durchsucht, in denen die Auswirkungen einer früh begonnenen Lungenrehabilitation und der üblichen Versorgung bei Patienten mit AECOPD miteinander verglichen wurden. Als primären Endpunkt ihrer Metaanalyse wählten die Autoren die FEV1, die Ergebnisse beim 6MWT und die Werte beim mMRC und dem SGRQ total. Sekundäre Endpunkte waren der Borg-Dyspnoe-Score, die Ergebnisse beim SF-36 physical und beim SF-36 mental. Zusammen konnten 13 RCTs mit insgesamt 866 Patienten in die Auswertung eingeschlossen werden. Die Wissenschaftler fanden keine signifikanten Auswirkungen der Lungenrehabilitation auf Messungen der FEV1 (mittlere Differenz [MD] 0,50; 95 %-KI -1,43 bis 2,44; Z=0,51; p=0,61), der Borg-Dyspnoe-Scores (MD -0,88; 95 %-KI -1,89 bis 0,13; Z=1,71; p=0,09) und SF-36 mental (MD 4,34; 95 %-KI -1,64 bis 10,32; Z=1,42; p=0,16) im Vergleich zur Standardversorgung. Die Patienten in Lungenrehabilitation erzielten bessere Werte beim 6MWD (MD 97,58; 95 %-KI 17,21-177,96; Z=2,38; p=0,02), beim mMRC (MD -0,36; 95%-KI -0,52 bis -0,21; Z=4,56; p<0,00001) sowie beim SGRQ-total (MD -9,67; 95 %-KI -16,23 bis -3,11; Z=2,89; p=0,004) und beim SF-36 physical (MD 4,98; 95 %-KI 0,60-9,35; Z=2,23; p=0,03) im Vergleich zur Normalversorgungsgruppe. (ac) Autoren: Du Y et al. Korrespondenz: Yanping Du; [email protected] Studie: Early Pulmonary Rehabilitation in Acute Exacerbation of Chronic Obstructive Pulmonary Disease: A Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials Quelle: COPD 2022;19(1):69–80. doi: 10.1080/15412555.2022.2029834