Frühe Psychosen: Interventionsprogramme helfen jungen Betroffenen

Foto: ©Lorenzo Antonucci – stock.adobe.com

Neue Forschungsergebnisse aus Australien zeigen, dass Interventionsprogramme bei frühen Psychosen die klinischen und funktionellen Ergebnisse junger Menschen deutlich verbessern.

Die Forschenden von Orygen, dem australischen Exzellenzzentrum für psychische Gesundheit von Jugendlichen, hatten die Daten von 1252 jungen Menschen in ganz Australien analysiert, die an eigens entwickelten Programmen für frühe Psychosen teilgenommen hatten. Die Teilnehmenden hatten entweder bereits eine erste Psychoseepisode (FEP) entwickelt oder ein hohes Risiko für die Entwicklung einer solchen (Ultra High Risk, UHR).

Die Analyse ergab, dass sich die klinischen und funktionellen Ergebnisse in beiden Gruppen nach sechs Monaten erheblich verbessert hatten. Junge Menschen mit UHR zeigten einen stärkeren Rückgang der psychischen Belastung, während junge Menschen mit FEP einen stärkeren Rückgang der Psychosesymptome verzeichneten.

Dr. Ellie Brown von Orygen, die die Studie leitete, sagte, dass es sich um eine der größten Studien handele, die junge Menschen in einer realen klinischen Umgebung für frühe Psychosen untersuche. “Wir wollten wissen, wie gut die Programme für junge Menschen im Frühstadium der Psychose außerhalb einer streng kontrollierten Forschungsumgebung funktionieren. Diese Untersuchung hat uns gezeigt, dass sie funktionieren und dass eine Heilung möglich ist”, sagte sie.

“Das Programm bietet evidenzbasierte psychologische Behandlungen, Medikamente und Unterstützung, um dem jungen Menschen zu helfen, gesund zu werden und sich in der Schule oder am Arbeitsplatz zu engagieren. Die Einbeziehung der Familienmitglieder ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Betreuung”, erklärte Brown. “Diese Programme bieten jungen Menschen mit komplexen psychischen Erkrankungen ein nachhaltiges, ganzheitliches und evidenzbasiertes Betreuungsmodell”, sagte die Wissenschaftlerin und ergänzte: “Wir haben Fragen zu Freundschaften, Studium und Arbeit gestellt. Das ist wichtig, denn die jungen Menschen in diesen Programmen unterscheiden sich nicht von anderen jungen Menschen. Sie wollen arbeiten, sie wollen studieren und sie wollen auch das Leben führen, das sie sich vorstellen.”