Frühe Raucherentwöhnung nach einer Krebsdiagnose verbessert Überleben11. April 2025 © UsedomCards.de – stock.adobe.com (Symbolbild) Eine evidenzbasierte Intervention zur Raucherentwöhnung innerhalb von 6 Monaten nach einer Krebsdiagnose maximiert den Überlebensvorteil. Das legen Ergebnisse einer prospektiven Kohortenstudie nahe. Das Team um Dr. Paul M. Cinciripini vom MD Anderson Cancer Center in Houston, USA, hatte Krebspatienten, die rauchten und eine Intervention zur Raucherentwöhnung erhielten, 3, 6 und 9 Monate nach Beginn der Anti-Tabakbehandlung untersucht. Das Überleben nach der Anti-Tabakbehandlung wurde gemessen und unter Patienten des MD Anderson Cancer Center Tobacco Research and Treatment Program verglichen (Behandlung zwischen dem 01.01.2006 und dem 03.03.2022). Ausgeschlossen wurden jene, die vor Ende der Raucherentwöhnung verstarben, ihre Diagnose >6 Monate nach Beginn der Entwöhnungsbehandlung erhielten oder bei denen keine Informationen zur Stadieneinteilung vorlagen (Datenanalyse 09/2023–05/2024). Wie Cinciripini et al. berichten, bestand die Entwöhnungsbehandlung aus 6–8 persönlichen Beratungsgesprächen und 10–12 Wochen Pharmakotherapie. Dabei wurden >95% der Gespräche per Telemedizin durchgeführt. Als primäre Endpunkte hatten die Autoren das Überleben definiert, wie es im Tumorregister des MD Anderson Cancer Center erfasst wurde, und die 7-Tage-Punkt-Prävalenz-Abstinenz (PPA) bei jeder Nachuntersuchung. Die Hauptstichprobe für die Analyse bestand aus 4526 aktuell rauchenden Patienten mit Krebsdiagnose, die eine Entwöhnungsbehandlung erhielten (2254 weiblich [49,8%]; medianes Alter, 55 Jahre; IQR 47–62). Die Überlebensrate über 15 Jahre stieg bei denjenigen, die nach 3 Monaten (adjustierte HR [aHR] 0,75; 95%-KI 0,67–0,83), 6 Monaten (aHR 0,79; 95%-KI 0,71–0,88) und 9 Monaten (aHR 0,85; 95%-KI 0,76–0,95) Nachbeobachtung mit dem Rauchen aufhörten. Die besten Überlebensergebnisse beobachtete das Team bei Patienten, die innerhalb von 6 Monaten nach der Krebsdiagnose eine Intervention zur Raucherentwöhnung erhielten. Beim 75. Perzentil stieg ihr Überleben von 2,1 Jahren (95%-KI 1,8–2,4) bei fortwährenden Rauchern (Nichtabstinenzlern) auf 3,9 Jahre (95%-KI 3,2–4,6) bei Patienten, die mit dem Rauchen aufhörten (Abstinenzler). Ähnliche, aber weniger ausgeprägte Ergebnisse dokumentierten die Wissenschaftler, wenn die Raucherentwöhnung innerhalb von 6 Monaten bis 5 Jahre nach der Diagnose begann, mit einem Überleben beim 75. Perzentil von 4,8 Jahren (95%-KI 4,3-5,3) für Nichtabstinenzler vs. 6,0 (95%-KI 5,1–7,2) für Abstinenzler. FazitDie Ergebnisse dieser prospektiven Kohortenstudie legen nahe, dass eine evidenzbasierte Raucherentwöhnung innerhalb von 6 Monaten nach einer Krebsdiagnose den Überlebensvorteil maximiert. Die Studie unterstützt die Raucherentwöhnung als wichtige frühe klinische Intervention für Patienten nach einer Krebsdiagnose. (sf) Autoren: Cinciripini PM et al.Korrespondenz: Paul M Cinciripini; [email protected]Studie: Survival Outcomes of an Early Intervention Smoking Cessation Treatment After a Cancer Diagnosis Quelle: JAMA Oncol 2024;10(12):1689–1696. Web: https://doi.org/10.1001/jamaoncol.2024.4890