Frühe Rhythmuskontrolle bei Vorhofflimmern auch für asymptomatische Patienten13. Juli 2022 © magicmine – stock.adobe.com (Symbolbild) Leitlinien für die klinische Praxis beschränken die Rhythmuskontrolle auf Patienten mit symptomatischem Vorhofflimmern (VHF). Die Studie EAST-AFNET 4 hat bereits gezeigt, dass eine frühe, systematische Rhythmuskontrolle die klinischen Ergebnisse im Vergleich zu einer symptomorientierten Rhythmuskontrolle verbessert. Eine vorab spezifizierte Subgruppenanalyse der Studie verglich nun die Wirkung einer frühen Rhythmuskontrolle bei asymptomatischen Patienten (EHRA-Score I) mit symptomatischen Patienten. Zu Studienbeginn waren 801/2633 (30,4%) Patienten asymptomatisch (Durchschnittsalter 71,3 Jahre; 37,5% Frauen; mittlerer CHA2DS2-VASc-Score 3,4; 169/801 [21,1%] Herzinsuffizienz [HF]). Asymptomatische Patienten, die auf eine frühe Rhythmuskontrolle randomisiert wurden (395/801), erhielten im Vergleich zu symptomatischen Patienten ähnliche Therapien zur Rhythmuskontrolle. Zum Beispiel erhielten 75/395 (19,0%) asymptomatische und 176/910 (19,3%) symptomatische Patienten eine VHF-Ablation nach 24 Monaten (p=0,672). Die Antikoagulation und die Behandlung von kardiovaskulären Begleiterkrankungen unterschieden sich nicht zwischen symptomatischen und asymptomatischen Patienten. Der primäre Endpunkt war definiert als zusammengesetztes Ergebnis aus Tod aufgrund kardiovaskulärer Ursachen, Schlaganfall oder Krankenhausaufenthalt mit Verschlechterung der HF oder des Akuten Koronarsyndroms, das in einer Time-to-Event-Analyse analysiert wurde. Asymptomatische Patienten profitieren somit gleichermaßen von einer frühen rhythmuserhaltenden Therapie wie symptomatische Patienten. Der primäre Endpunkt trat bei 79/395 der primär asymptomatischen Patienten auf, die in die frühe Rhythmuskontrolle randomisiert wurden, und bei 97/406 Patienten, die in die übliche Behandlung randomisiert wurden (HR 0,76; 95%-KI 0,6–1,03). Im Vergleich dazu lag die HR bei primär symptomatischen Patienten bei 0,79 (95%-KI 0,64–0,98). Bei der 24-monatigen Nachbeobachtung war die Veränderung des Symptomstatus zwischen den randomisierten Gruppen nicht unterschiedlich (p=0,19). Fazit Im Ergebnis führte der frühe Rhythmuserhalt mittels Ablation oder Medikation in beiden Gruppen zu einer ähnlichen Reduktion der primären Ereignisrate, wie die Wissenschaftler des Forschungsnetzwerks Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V. (AFNET) unter Leitung von Paulus Kirchhof, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, feststellten. „Unsere Ergebnisse unterstützen die systematische, frühzeitige Einleitung einer Rhythmuskontrolle bei allen Patienten mit VHF und kardiovaskulären Begleiterkrankungen, unabhängig von ihren VHF-Symptomen“, erklären Erstautor Stephan Willems und Kollegen. Sie sprechen sich schließlich für eine gemeinsame Entscheidungsfindung zum Therapienutzen in dieser Patientengruppe aus. (ah) Autoren: Willems S et al. Korrespondenz: Paulus Kirchhof; [email protected] Studie: Systematic, early rhythm control strategy for atrial fibrillation in patients with or without symptoms: the EAST-AFNET 4 trial Quelle: Eur Heart J 2022;43(12):1219–1230. Web: https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehab593
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