Früherkennung von Nasopharynxkarzinomen mit Epstein-Barr-Virus-basierten Screenings2. Februar 2024 Foto: natali_mis/stock.adobe.com Zwei auf dem Epstein-Barr-Virus (EBV) basierende Testansätze haben sich als vielversprechend für die Früherkennung von Nasopharynxkarzinomen (NPC) erwiesen: Beide zeigen hohe Sensitivität und Spezifität. In einer aktuellen Studie verglich die GEV-NPC Study Group um Prof. Pei-Jen Lou von der National Taiwan University in Taipei, Taiwan, ihre diagnostische Leistungsfähigkeit in einer unabhängigen Population. Ihr Fazit: Sowohl für EBV-Antikörper und Plasma-EBV-DNA konnte eine hohe Sensitivität und Spezifität für den NPC-Nachweis gezeigt werden, bei einer etwas schlechteren Leistungsfähigkeit des EBV-Antikörper-Scores. Um die Implementierung eines Screenings zu steuern, seien Studien zur Kosteneffektivität erforderlich, ergänzt das Team. Im Rahmen ihrer Studie testeten die Wissenschaftler Blutproben von 819 neu aufgetretenen NPC-Fällen in Taiwan (213 im Frühstadium, Stadien I und II gemäß American Joint Committee on Cancer Version 7), die zwischen 2010 und 2014 diagnostiziert wurden. Hinzu kamen 1768 Kontrollpersonen aus derselben Region, wobei ein Gruppen-Matching (frequency matching) zu den Fällen nach Alter und Geschlecht erfolgte. Einerseits kam der EBV-Antikörper-Score unter Verwendung von Immunglobulin-A-Antikörpern zum Einsatz, gemessen anhand eines Enzyme-linked Immunosorbent Assay (ELISA). Andererseits wurde die EBV-DNA-Last im Plasma durch Echtzeit-PCR gemessen, gefolgt von Next-Generation-Sequencing (NGS) bei EBV-DNA-positiven Personen (EBV-DNA-Algorithmus). EBV-Antikörper und DNA-Last wurden bei 2522 (802 Fälle; 1720 Kontrollen) bzw. 2542 (797 Fälle; 1745 Kontrollen) Personen bestimmt. Von den 898 Personen, die positiv für EBV-DNA im Plasma waren und daher für das NGS in Frage kamen, wählten die Autoren 442 (49%) für den NGS-Test aus. Der EBV-Antikörper-Score zeigte eine Sensitivität von 88,4% (95%-KI 86,1-90,6) und eine Spezifität von 94,9% (95%-KI 93,8-96,0) für NPC. Für den EBV-DNA-Algorithmus berechneten die Wissenschaftler eine signifikant höhere Sensitivität (93,2%; 95%-KI 91,3-94,9; P=1,33 × 10–4) und Spezifität (98,1%; 95%-KI, 97,3-98,8; P=3,53×10–7). In Bezug auf NPC im Frühstadium beziffern die Autoren die Sensitivitäten auf 87,1% (95%-KI, 82,7-92,4) für den EBV-Antikörper-Score und auf 87,0% (95%-KI 81,9-91,5) für den EBV-DNA-Algorithmus (P=0,514). Für Regionen mit einer NPC-Inzidenz von 20–100/100.000 Personenjahre (z.B. Einwohner in Südchina und Hongkong) ergaben diese beiden Ansätze ähnliche Numbers-needed-to-screen (EBV-Antikörper-Score: 5656–1131; EBV-DNA-Algorithmus: 5365-1073). Die positiven Vorhersagewerte berechnete das Team mit 0,4-1,7% bzw. 1,0-4,7%. (sf)
Mehr erfahren zu: "Nasopharynxkarzinom: Tislelizumab plus Chemotherapie" Weiterlesen nach Anmeldung Nasopharynxkarzinom: Tislelizumab plus Chemotherapie Eine aktuelle Studie legt Daten zur 3-Jahres-Wirksamkeit der Kombination aus Tislelizumab plus Chemotherapie zur Behandlung des Rezidivierenden oder metastasiertem Nasopharynxkarzinoms vor.
Mehr erfahren zu: "KBV: „Patientendaten müssen vertraulich bleiben“" KBV: „Patientendaten müssen vertraulich bleiben“ Laut Kabinettsentwurf eines Gesetzes für Daten und digitale Innovationen im Gesundheitswesen (GeDIG) soll der Zugriff der Kassen auf die elektronische Patientenakte (ePA) nochmals erweitert werden. Die KBV warnt vor einem […]
Mehr erfahren zu: "Aktualisierte Leitlinie zu Impfstrategien für Krebspatienten" Aktualisierte Leitlinie zu Impfstrategien für Krebspatienten Die aktualisierte Leitlinie zu antiinfektiven Impfstrategien für Krebspatienten umfasst neben allgemeinen Empfehlungen auch spezialisierte Abschnitte für solide Tumoren und Empfehlungen für Patienten, die neue Therapien erhalten.