Früherkennung von Vorhofflimmern durch 10-Tage-Langzeit-EKG deutlich verbessert25. Oktober 2018 Studienleiter Prof. Rolf Wachter kam 2017 vom Uniklinikum Göttingen ans UKL. Der Kardiologe plant bereits eine größere Folgestudie. Foto: © Stefan Straube / UKL UKL-Kardiologe Wachter stellt die Ergebnisse seiner Arbeit auf dem 11. World Stroke Congress in Kanada vor. Die Früherkennung von Vorhofflimmern bei Schlaganfallpatienten verbessert sich in erheblicher Weise, wird bei diesen Patienten mehrfach ein zehntägiges Langzeit-EKG durchgeführt. Das ist das Ergebnis einer dreijährigen Studie, die von Prof. Rolf Wachter, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Kardiologie des Universitätsklinikums Leipzig (UKL), geleitet wurde. Die Entdeckung des Vorhofflimmerns führt nicht nur zur Änderung der Therapie, sondern verhindert möglicherweise sogar einen erneuten Schlaganfall. Für die Studie waren 400 Patienten, die bereits einen Schlaganfall erlitten hatten, nach dem Zufallsprinzip zwei “Armen” zugeordnet worden. Im Standardarm erfolgte die Behandlung auf üblichem Wege, das heißt drei Tage Herz-Rhythmus-Überwachung und ein Langzeit-EKG über 24 Stunden. Die Probanden des zweiten Arms hingegen erhielten ein Langzeit-EKG über zehn Tage, welches nach drei und nach sechs Monaten wiederholt wurde. “Die entscheidende Frage lautete: Gelingt es mit dem mehrtägigen Langzeit-EKG, mehr Patienten mit Vorhofflimmern zu identifizieren als üblich?”, umreißt Wachter die Ausgangslage. Werde ein solches Flimmern festgestellt, so der UKL-Kardiologe, ändere sich ja auch die Therapie, der Patient benötige ein blutverdünnendes Medikament, ohne Flimmern genüge Acetylsalicylsäure. Wachter, der 2017 vom Uniklinikum Göttingen ans UKL wechselte, begleitete als Studienleiter beide Gruppen über drei Jahre hinweg. Die ersten Ergebnisse nach nun erfolgter Auswertung erfreuten den Herzspezialisten: “Was wir im Langzeit-EKG-Arm in den ersten drei Monaten fanden, ist ungefähr so viel wie nach drei Jahren auf konventionellem Weg, so dass man die Erstdiagnose ‘Herzrhythmusstörung’ um fast drei Jahre nach vorn schieben kann”, betont er. Ob damit Schlaganfälle verhindert werden können, lässt sich so allerdings nicht sagen, dafür war die Studie zu klein. Jedoch: “Die Tendenz geht in die richtige Richtung”, sagt der Experte, “Weniger Patienten des Langzeit-EKG-Arms erlitten einen weiteren Schlaganfall als solche des Standardarms.” Eine neue, größere Studie ist auch bereits geplant – dann mit Beteiligung von 50 neurologischen Kliniken in ganz Deutschland und über 5000 Patienten. Die Studienleitung wird ein weiteres Mal Wachter innehaben. “Dann wollen wir zeigen, dass mit dieser Methode auch Schlaganfälle verhindert werden können”, erläutert er eines der Ziele. Die Ergebnisse seiner Studie durfte der Herzspezialist vom UKL in dieser Woche nun sogar vor Experten aus der ganzen Welt auf der Eröffnungssitzung des “11. World Stroke Congress” im kanadischen Montreal vorstellen. “Das ist eine große Ehre für mich”, sagt Wachter.
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