Frühgeborenenretinopathie im Stadium 2: Zusätzlicher Sauerstoff verringert Notwendigkeit einer Laserphotokoagulation oder von intravitrealem Bevacizumab

INDIANAPOLIS (Biermann) Aus einer aktuellen Arbeit geht hervor, dass die Gabe von zusätzlichem Sauerstoff während der vasoproliferativen Phase der Frühgeborenen-Retinopathie (ROP) die Notwendigkeit einer Laserphotokoagulation oder intravitrealen Bevacizumab-Behandlung bei Hochrisikopatienten deutlich verringert.

Die Autoren folgern aus ihren Ergebnissen, dass eine gezielte zusätzliche Sauerstofftherapie zur Aufrechterhaltung einer Sättigung von 97-99 % das Fortschreiten der Erkrankung bei Säuglingen mit ROP im Stadium 2 reduzieren und möglicherweise die Belastung durch zusätzliche Eingriffe verringern kann.

Die Wissenschaftler untersuchten in ihrer retrospektiven Studie insgesamt 211 Frühgeborene, bei denen zwischen 1/2017 und 12/2022 eine ROP im Stadium 2 im Riley Hospital for Children diagnostiziert wurde. Von diesen Patienten wurden 122 vor der Implementierung des Protokolls (Sauerstoffsättigung während des gesamten Krankenhausaufenthalts bei 91-95 % = Kohorte A) behandelt und 89 nach der Implementierung des zusätzlichen Sauerstoffprotokolls (Erhöhung der Sauerstoffsättigung auf 97-99 %, wenn ROP im Stadium 2 diagnostiziert = Kohorte B). Das Gestationsalter war in Kohorte B etwas höher (Kohorte A 25,3 ± 1,9, Kohorte B 25,8 ± 1,84, p = 0,04). Die Experten führten statistische Analysen mittels Chi-Quadrat- und Student’s T-Test, gefolgt von multivariaten Analysen durch, um die Auswirkungen des Sauerstoffprotokolls auf die Notwendigkeit einer ROP-Behandlung zu ermitteln.

Die Forscher ermittelten keinen Unterschied in Bezug auf Geburtsgewicht, nekrotisierende Enterokolitis, bronchopulmonale Dysplasie oder Überleben. Es zeigte sich, dass in Kohorte B weniger invasive mechanische Beatmung erforderlich und die Zahl der CPAP-Tage während des Krankenhausaufenthalts höher war. Des Weiteren konnten die Experten zeigen, dass in Kohorte A 67 (55 %) Patienten mit Laserphotokoagulation oder intravitrealem Bevacizumab behandelt wurden, wohingegen in Kohorte B nur 20 (22 %) der Frühgeborenen behandelt wurden (OR 0,19, 0,08-0,40).

(sas)

Quelle

Autoren: Minturn R et al. Korrespondenz: Haider K; [email protected] Studie: Efficacy of supplemental oxygen in reducing the need for laser or intravitreal bevacizumab in preterm infants with stage 2 retinopathy of prematurity Quelle: BMC Ophthalmol; 2024 May 24 Web: dx.doi.org/10.1186/s12886-024-03483-w