FSME-Impfung: Guter Schutz auch bei längerem Auffrischungsintervall3. Dezember 2021 Foto: ©Stockfotos-MG – stock.adobe.com Im Jahr 2006 verlängerte das Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Auffrischungsintervalle der Impfung zur Vorbeugung der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) nach der dritten Dosis von drei auf zehn Jahre. Eine retrospektive Auswertung der FSME-Fälle zeigt nun, dass dies keine negativen Einfluss auf die Zahl der Impfdurchbrüche hat und die Akzeptanz der Impfung fördern kann. Um herauszufinden, ob die Verlängerung des Aufrischungsintervalls zu einer erhöhten Rate an Impfdurchbrüchen geführt hat, hat ein Team aus Schweizer, britischen und US-amerikanischen Wissenschaftlern eine retrospektive Analyse der Überwachungsdaten durchgeführt, die von 2000–2019 im Rahmen der Meldepflicht erhoben wurden. Dabei verglichen sie die Anteile der Durchbrüche (mit 95%-Konfidenzintervallen [KI]) für die Abstände 0 bis 3 Jahre vs. >3 bis 10 Jahre nach der dritten Impfdosis über verschiedene Zeiträume und Altersgruppen hinweg. Von 3205 in diesem Zeitraum gemeldeten FSME-Fällen war der Impfstatus bei 2562 (79,9 %) bekannt, darunter befanden sich 103 Patienten mit ≥3 Impfdosen (4,0 %). 39 Patienten hatten die letzte Dosis innerhalb von drei Jahren erhalten. In der Gruppe, deren Auffrischung >3 bis zehn Jahre nach der dritten Impfung erfolgte, erkrankten 48 Personen an FSME. Im Zeitraum von 2010 bis 2019, in dem die neue Auffrischungsstrategie eingeführt wurde, gab es 23 beziehungsweise 38 Durchbrüche, die jährliche Durchbruchsrate betrug 7,7 (95%-KI 5,0–11,7) Fälle in den ersten drei Jahren nach der letzten Dosis und 5,4 (95 %-KI 3,9–7,5) Fälle in den folgenden sieben Jahren. Es wurde kein signifikanter Trend der FSME-Durchbrüche mit zunehmendem Alter beobachtet. Die steigende Zahl der FSME-Fälle und der Impfstoffdurchbrüche im Laufe der Zeit brachten die Autoren mit der zunehmenden Endemizität und der höheren Durchimpfungsrate in der Schweizer Bevölkerung in Verbindung. „Es gibt keinen Hinweis darauf, dass verlängerte Auffrischungsintervalle zu einer erhöhten Durchbruchsrate führten, aber es gab einen deutlichen Nutzen für die öffentliche Gesundheit im Hinblick auf eine erhöhte Akzeptanz der FSME-Impfung in der Bevölkerung“, schlussfolgern die Autoren. (ej) Originalpublikation: Schmidt AJ et al. Tick-borne encephalitis (TBE) in Switzerland: Does the prolongation of vaccine booster intervals result in an increased risk of breakthroughs? J Travel Med 2021 Sep 28;taab158.
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