FSP1-Inhibitoren als neue Therapieoption beim metastasierten Melanom20. November 2025 © jitendra jadhav – stock.adobe.com (Symbolbild) Metastasierte Melanomzellen nutzen das Protein FSP1, um ferroptotischen Zelltod in Lymphknoten zu verhindern. Eine Studie aus Boston zeigt, dass FSP1-Inhibitoren das Tumorwachstum signifikant reduzieren können. Metastasierte Melanomzellen, die Lymphknoten erreichen, sind stark abhängig von einem Protein namens Ferroptose-Suppressorprotein 1 (FSP1). Dies weist darauf hin, dass FSP1-Inhibitoren als potenziell wirksame Therapien gegen Tumorprogression eingesetzt werden könnten. Diese Erkenntnisse stammen aus einer Studie der Harvard T.H. Chan School of Public Health in Boston (USA) und zeigen, dass Medikamente, die FSP1 hemmen, nicht nur therapeutisches Potenzial haben, sondern auch ein neues Verständnis für die Biologie und Schwachstellen von Krebs ermöglichen. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse nun in „Nature“. Ferroptose ist eine Form des Zelltods, ausgelöst durch verstärkte Lipidoxidation in Zellmembranen mit folgendem Strukturverlust und Untergang der Tumorzelle. Krebszellen nutzen antioxidative Proteine wie FSP1, um Ferroptose zu verhindern. Fundament für künftige Strategien Die Studie demonstriert, dass Melanomzellen in Lymphknoten FSP1 benötigen, um zu überleben und dass FSP1-Inhibitoren die Überlebensrate der Melanomzellen in Lymphknoten signifikant senken können. „Unsere Untersuchungen legen das Fundament für künftige Therapiestrategien, die gezielt die Abwehrmechanismen gegen Ferroptose ausschalten und somit das Fortschreiten der Krebserkrankung verlangsamen könnten“, so Studienleiterin Jessalyn Ubellacker von der Harvard T.H. Chan School of Public Health. In vivo zeigte sich, dass die Behandlung von Lymphknoten-Tumoren mit FSP1-Inhibitoren das Tumorwachstum stark reduzierte, während identische Medikamente im klassischen In-vitro-Modell kaum Wirkung zeigten. Dies betont die Bedeutung des realen physiologischen Kontextes für die Tumorvulnerabilität. Zusätzlich wurde in der gleichen Ausgabe von „Nature“ eine ergänzende Studie veröffentlicht, die belegt, dass die Hemmung von FSP1 auch bei Lungenkarzinomen zu Ferroptose und verlangsamtem Tumorwachstum führt. Beide Untersuchungen stärken die Position von FSP1 als vielversprechendes, selektives Zielprotein für die Tumortherapie. (ins)
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