Fünf-Jahres-Risiko für Schlaganfall/vaskuläre Ereignisse nach TIA/leichtem Schlaganfall11. Oktober 2018 © mrspopman – fotolia.com Wie hoch ist nach einer transienten ischämischen Attacke (TIA) oder einem leichten Schlaganfall das langfristige Risiko für einen Schlaganfall oder andere vaskuläre Ereignisse? Dieser Frage gingen die TIAregistry.org-Investigators um Prof. Pierre Amarenco vom Klinikkonzern Assistance Publique – Hôpitaux de Paris (AP-HP) in einer aktuellen Studie nach. Dabei handelt es sich um eine Nachbeobachtung zu einem Bericht zu den 1-Jahres-Ergebnissen eines Registers von TIA-Kliniken in 21 Ländern, in das 4789 Patienten eingetragen waren, die zwischen 2009 und 2011 eine TIA oder einen leichten ischämischen Schlaganfall erlitten hatten. Diesmal stand das 5-Jahres-Risiko von Schlaganfällen und vaskulären Ereignissen im Fokus. Das Fazit der Wissenschaftler: Die Rate kardiovaskulärer Ereignisse inklusive Schlaganfall lag in dieser selektierten Kohorte bei 6,4 % im 1. Jahr und bei 6,4 % in den Jahren 2–5. Das Vorgehen im Detail: In der Studie waren Patienten evaluiert worden, die eine TIA oder einen leichten Schlaganfall in den 7 Tagen vor der Aufnahme in das Register erlitten hatten. Unter den 61 Einrichtungen, die an der Studie zu den 1-Jahres-Ergebnissen teilgenommen hatten, wählten die Autoren jene 42 Einrichtungen aus, bei denen es Nachbeobachtungsdaten zu mehr als 50 % der aufgenommenen Patienten nach 5 Jahren gab. Der primäre Endpunkt setzte sich zusammen aus Schlaganfall, akutem Koronarsyndrom oder Tod aufgrund kardiovaskulärer Ursachen, mit Betonung der Ereignisse, die in den Jahren 2–5 auftraten. Bei der Berechnung der kumulativen Inzidenz der primären und sekundären Endpunkte (außer der Mortalität aller Ursachen) behandelten die Autoren den Tod als konkurrierendes Risiko. Amarenco und seine Kollegen schlossen insgesamt 3847 Patienten in die Studie zur Nachbeobachtung nach 5 Jahren ein. Der mediane Prozentsatz der Patienten mit Daten über 5 Jahre pro Zentrum lag bei 92,3 % (Interquartilsabstand 83,4-97,8). Den primären zusammengesetzten Endpunkt beobachteten die Autoren bei 469 Patienten (geschätzte kumulative Rate 12,9 %; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 11,8–14,1), wobei 235 Ereignisse (50,1 %) in den Jahren 2–5 auftraten. Nach 5 Jahren waren Schlaganfälle bei 345 Patienten aufgetreten (geschätzte kumulative Rate 9,5 %; 95 %-KI 8,5–10,5), wobei 149 dieser Patienten (43,2 %) einen Schlaganfall in den Jahren 2–5 erlitten hatten. Die Raten der Mortalität aller Ursachen, der kardiovaskulären Mortalität, intrakranieller und schwerer Blutungen lagen nach 5 Jahren bei 10,6 %, 2,7 %, 1,1 % respektive 1,5 %. In multivariablen Analysen waren eine ipsilaterale Atherosklerose in den großen Arterien, Kardioembolie und ein eingangs vorliegender ABCD2-Score (Spanne 0–7, wobei höhere Scores ein höheres Risiko anzeigen) für das Schlaganfallrisiko ≥4 jeweils mit einem erhöhten Risiko für einen nachfolgenden Schlaganfall assoziiert. Autoren: Amarenco P et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Five-Year Risk of Stroke after TIA or Minor Ischemic Stroke Quelle: 2018;378(23):2182–2190. Web: dx.doi.org/10.1056/NEJMoa1802712
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