Für ein robusteres Gesundheitssystem7. Dezember 2021 Foto: © Coloures-Pic – stock.adobe.com Der neue Bundesgesundheitsminister sollte den Dialog mit den Ärztinnen und Ärzten an der ‚Corona-Front‘ intensivieren, um einen Weg aus der COVID-19-Pandemie zu finden, so der Wunsch des Berufsverbandes Deutscher Laborärzte (BDL) an den neuen Amtsträger der SPD. „Wir erleben Karl Lauterbach als einen Gesundheitspolitiker, der den Expertenrat seiner ärztlichen Kolleginnen und Kollegen wertschätzt und einen guten Draht in die Gesundheitseinrichtungen hat. Er hat angekündigt, das Gesundheitssystem robuster zu machen. Die Bindung an die operative Basis der Patientenversorgung ist ein Schlüssel dazu“, so der BDL-Vorsitzende Dr. Andreas Bobrowski. Die im vergangenen Jahr vom Deutschen Bundestag beschlossene Aufhebung des Arztvorbehalts im Infektionsschutzgesetz zur Feststellung von Coronavirus-Infektionen – zugunsten von nichtmedizinischem Personal (§ 24) – solle revidiert werden. Mit dieser Zulassung gewerblicher Schnelltestzentren sei die Qualität der Infektionsschutzmaßnahmen deutlich geschmälert worden. Das schade dem Vertrauen in ein robustes, funktionierendes Gesundheitswesen. „Zentrale Voraussetzungen für eine gute Versorgung wie Qualität, Integrität und Verantwortlichkeit dürfen nicht in Frage gestellt, die medizinische Diagnostik nicht zu einer Handelsware gemacht werden“, verweist Bobrowski auf die Signalsetzungen der Infektionsschutzgesetz-Änderung des Jahres 2020. Mittel- und langfristig bräuchten die fachärztlichen Labore eine Perspektive, auch auf dem flachen Land und in der Regelversorgung regionaler Krankenhäuser. Eine flächendeckende, wohnortnahe Laborversorgung, eng eingebunden in regionale Versorgungsstrukturen und gut vernetzt mit dem öffentlichen Gesundheitsdienst, sei die beste Krisenprävention. Zu den Voraussetzungen zählten insbesondere faire Wettbewerbsbedingungen. „Eine neue Gebührenordnung für Ärzte liegt nun in der Verantwortung von Herrn Lauterbach. Er sollte ihr nur zustimmen, wenn die ärztliche Diagnostik nicht einseitig abgewertet wird. Für alle, die Laborleistungen erbringen, müssen zudem die gleichen Qualitätsstandards gelten“, so der BDL-Vorsitzende. Um auch in künftigen epidemischen Notlagen schnell reagieren zu können, müssten die Inhouse-Entwicklungen der Laborärzte ermutigt werden. Über diese Eigenentwicklungen habe man Anfang 2020 reaktionsschnell die SARS-CoV-2-PCR-Tests etabliert. Inhouse-Tests dürften nicht durch Überbürokratisierung ausgebremst werden. Der scheidende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn habe sich sehr um die Digitalisierung im Gesundheitswesen verdient gemacht. „Vieles, das Herr Spahn initiiert hat, ist noch nicht am Ziel. Die Gesundheitseinrichtungen dürfen im weiteren Aufbau digitaler Infrastrukturen nicht auf den Kosten sitzenbleiben, sonst wird der Markt die weitere Entwicklung lenken“, prophezeit Bobrowski.
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