Funktionelle MRT: Möglichkeit zur objektiven Tinnitus-Diagnose20. März 2018 Foto: © Zerbor – Fotolia.com Ziel einer Studie japanischer Forscher war die Untersuchung der funktionellen Konnektivität bei Tinnitus-Patienten mit und ohne Hörverlust sowie das Design der Tinnitus-Diagnose mittels funktioneller Magnetresonanztomographie im Ruhezustand. Die Charakteristika der ausgewählten Probanden verhielten sich wie folgt: 19 Probanden zeigten ein normales Hörvermögen ohne Tinnitus, 18 Patienten hatten einen Tinnitus plus Hörverlust und 11 Tinnitus-Patienten wiesen keinen Hörverlust auf. Die Probanden wurden einer funktionellen Magnetresonanztomographie unterzogen; die Korrelation der im Fokus stehenden Hirnareale wurde unter Anwendung der CONN (functional connectivity toolbox) in der Version 16 und sowie SPM Version 18 ermittelt. Die Koeffizienten der Korrelation der individuellen Level wurden anschließend in Beta-Werte umgerechnet. Bei einer Beta-Schwelle von mehr als 0,2 erwiesen sich innerhalb der Kontrollgruppe 91 % aller möglichen Verbindungen zwischen das Gehör betreffenden Hirnarealen (Heschl’s gyrus, planum temporale, planum polare, operculum, insular cortex, superior temporal gyrus) als intakt, während es nur 83 bzw. 66 % dieser Verbindungen in den Gruppen mit Tinnitus plus Hörverlust bzw. mit Tinnitus ohne Hörverlust waren. Zwischen den nicht hörbedingten Hirnarealen lag die Rate der intakten Verbindungen bei einer Beta-Schwelle von mehr als 0,2 bei 17 % in der Kontrollgruppe und bei 16 bzw. 15 % in den Tinnitus-Gruppen. Wenn man das positive Ergebnis der Magnetresonanztomographie mit weniger als 9 % aller möglichen Verbindungen zwischen den das Gehör betreffenden Hirnarealen definiert und eine Beta-Schwelle von mehr als 0,7 ansetzt, betragen Sensitivität und Spezifität der Tinnitus-Diagnose 86 bzw. 74 %. Das Zusammenspiel zwischen den das Gehör betreffenden Hirnarealen ist bei Tinnitus-Patienten geschwächt, so das Fazit der Untersuchung. Dies treffe auch zu, wenn die Patienten mit Tinnitus ein nicht eingeschränktes Hörvermögen aufweisen. Es sei daher möglich, so die Autoren, die funktionelle Magnetresonanztomographie als Methode zur objektiven Tinnitus-Untersuchung heranzuziehen, indem auf die das Gehör betreffenden Hirnareale fokussiert wird. (am) Quelle: Minami et al. Otol Neurotol. 2018 Jan;39(1):1-5.
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