Gassen: Niedergelassene sind für Arbeit in Notfallzentren bestens qualifiziert23. Juli 2019 KBV-Vorstandsvorsitzender Andreas Gassen. Foto: Lopata/axentis.de Bei der Reform der Notfallversorgung sollen künftig Integrierte Notfallzentren (INZ) eine zentrale Rolle spielen. Ein neues Diskussionspapier aus dem Bundesgesundheitsministerium skizziert deren Ausgestaltung. In einer ersten Reaktion haben die notfallmedizinischen Fachgesellschaften eine sehr hohe Messlatte angelegt für die Auswahl des medizinischen Personals – mit denen sie nach Ansicht von KBV-Chef Dr. Andreas Gassen über das Ziel hinausschießen. „Es handelt sich hier offenbar um ein Missverständnis: Bei den INZ geht es nicht um Anlaufstellen für schwerkranke oder unfallverletzte Patienten“, erklärte Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), letzte Woche in Berlin anlässlich der Forderungen der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und der Deutschen Gesellschaft Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) (wir berichteten). „Die beiden Fachgesellschaften verkennen, worum es bei den INZ vor allem geht: Um eine Ersteinschätzung der dort auflaufenden Patienten, welcher Art von medizinischer Hilfe sie bedürfen. Aller Erfahrung nach handelt es sich dabei vor allem um Menschen, die zwar einen akuten Versorgungsbedarf haben, aber keiner lebensrettenden oder intensivmedizinischen Sofortmaßnahmen bedürfen. Wir reden hier deshalb ausdrücklich nicht von Patienten, die mit Blaulicht eintreffen und etwa in einem Schockraum oder einer Stroke Unit behandelt werden müssen. Davon abgesehen: Solche Fachärzte, wie sie die beiden Gesellschaften fordern, dürfte es auch aktuell höchstens in Kliniken der Maximalversorgung geben. Tatsächlich sind in den meisten Notaufnahmen seitens der Krankenhäuser Ärzte in Weiterbildung tätig, also keine abschließend ausgebildeten Fachärzte, geschweige denn Notfallmediziner. Im Gegensatz dazu sind alle niedergelassenen Ärzte grundsätzlich fertig aus- und weitergebildete Fachärzte. Die Kolleginnen und Kollegen in den Praxen sind bestens für eine Tätigkeit in den INZ qualifiziert, denn auch in den Praxen tun sie jeden Tag nichts anderes, als den Behandlungsbedarf von Patienten einzuschätzen“, betonte Gassen.
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