Gastroösophageale Refluxkrankheit: Prävalenz steigt stetig an15. September 2020 © eggeeggjiew – stock.adobe.com (Symbolbild) Die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) ist eine chronische Erkrankung, die unangenehme Symptome verursacht und das Risiko eines Ösophagus-Adenokarzinoms erhöht. Ziel einer internationalen Untersuchung war es, die Belastung durch GERD in 195 Ländern zwischen 1990 und 2017 zu analysieren. Dabei wurden Daten aus der Global Burden of Diseases, Injuries, and Risk Factors Study (GBD) 2017 verwendeten. Daten zur Schätzung einer GERD-Belastung stammten aus 6 (86%) von 7 GBD-Superregionen, 11 (52%) von 21 GBD-Regionen und 39 (20%) von 195 Ländern. Die mittleren Schätzungen der altersstandardisierten GERD-Prävalenz im Jahr 2017 reichten von 4408–14.035 Fällen/100.000 Einwohner. Die altersstandardisierte Prävalenz war am höchsten (>11 000 Fälle/100.000 Einwohner) in den USA, Italien, Griechenland, Neuseeland und mehreren Ländern Lateinamerikas und der Karibik, Nordafrikas und des Nahen Ostens sowie Osteuropas. Am niedrigsten (<7000 Fälle/100.000 Einwohner) war sie in den einkommensstarken Ländern des asiatisch-pazifischen Raums, Ostasiens, Islands, Frankreichs, Dänemarks und der Schweiz. Die globale Prävalenz war am höchsten in einem Alter von 75–79 Jahren mit 18.820 (95%-Unsicherheitsintervall [UI] 13.770–24.000) Fällen/100.000 Einwohner. Die globale altersstandardisierte Prävalenz war zwischen 1990 und 2017 stabil (1990: 8791 [95%-UI 7772–9834] vs. 2017: 8819 [95%-UI 7781–9863] Fälle/100.000 Einwohner; Veränderung 0,3% [–0,3 bis 0,9]). Jedoch stieg die Prävalenz für alle Altersklassen zwischen 1990 und 2017 um 18,1% (15,6–20,4%) mit 7859 (6905–8851) bzw. 9283 (8189–10.400) Fällen/100.000 Einwohner im Jahr 1990 bzw. 2017. Die mit Einschränkungen gelebten Jahre (Years lived with Disability; YLD) stiegen zwischen 1990 und 2017 um 67,1% (95%-UI 63,5–70,3) von 3,60 Mio. (1,93–6,12) im Jahr 1990 auf 6,01 Mio. (3,22–10,19) im Jahr 2017. Fazit Die Stabilität der globalen altersstandardisierten Prävalenzschätzungen für eine GERD über die Zeit hinweg deutet darauf hin, dass sich die Epidemiologie der Krankheit nicht geändert hat. Jedoch ist die Prävalenz für alle Altersklassen und für YLD angestiegen. Eine weitere Belastung mit GERD infolge von Alterung und Bevölkerungswachstum werde erwartet, so die Prognose der Studienautoren. (je) Autoren: Dirac MA et al. Korrespondenz: M Ashworth Dirac; [email protected] Studie: The global, regional, and national burden of gastro-oesophageal reflux disease in 195 countries and territories, 1990-2017: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2017 Quelle: Lancet Gastroenterol Hepatol 2020;5(6):561–581. Web: https://doi.org/10.1016/S2468-1253(19)30408-X