Gebrechlichkeit erhöht Risiko für Lebererkrankungen

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Gebrechlichkeit (Frailty) ist mit zahlreichen Krankheiten und einer schlechten Prognose assoziiert. Ihre Auswirkungen auf chronische Lebererkrankungen sind jedoch noch weitgehend unerforscht. Chinesische Forschende prüften nun in einer Studie eine mögliche Assoziation zwischen einer bestehenden Gebrechlichkeit und dem Risiko für eine Metabolische dysfunktionsassoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD), Zirrhose, Leberkrebs und leberbedingte Mortalität.

Dafür schlossen sie Daten von 339.298 Personen ohne vorherige Lebererkrankung aus der UK-Biobank in ihre Analysen ein. Die Ausgangssituation wurde anhand der körperlichen Gebrechlichkeit und des Frailty-Indexes bewertet und die Teilnehmer in 3 Gruppen eingeteilt (nichtgebrechlich, Pre-Frailty, Frailty). Das primäre Ergebnis war das Auftreten einer MASLD, die sekundären Ergebnisse umfassten eine Zirrhose, ein HCC oder die leberbedingte Sterblichkeit.

Während eines mittleren Follow-ups von 11,6 Jahren wurden 4667 Fälle von MASLD, 1636 Fälle von Zirrhose, 257 Fälle von Leberkrebs und 646 Fälle von leber­bedingter Sterblichkeit ermittelt. Dabei war das MASLD-Risiko bei Probanden mit Vorerkrankungen (körperliche Frailty: HR 1,66; 95%-KI 1,40–1,97; Frailty-Index: HR 2,01, 95%-KI 1,67–2,42) und mit Gebrechlichkeit (körperliche Frailty: HR 3,32; 95%-KI 2,54–4,34; Frailty-Index: HR 4,54; 95%-KI 3,65–5,66) höher als bei den nichtgebrech­lichen Personen.

Ähnliche Ergebnisse wurden auch für Zirrhose, HCC und leberbedingte Sterblichkeit beobachtet. Zudem wiesen gebrechliche Personen ein erhöhtes MASLD-Risiko auf (definiert als MRT-abgeleitete Leberprotonendichte-Fettfraktion >5%) als nichtgebrechliche Probanden (körperliche Frailty: OR 1,64; 95%-KI 1,32–2,04; Frailty-Index: OR 1,48; 95%-KI 1,30–1,68).

Fazit
Diese Studie demonstriert, dass Frailty mit einem erhöhten Risiko für MASLD, Zirrhose, Leberkrebs und leberbedingte Mortalität korreliert. Eine Bewertung der Gebrechlichkeit könnte dazu beitragen, Hochrisikopatienten zu identifizieren, die für die Entwicklung chronischer Lebererkrankungen anfällig sind. Zudem schlagen die Autoren vor, Strategien zu entwickeln, die direkt auf Gebrechlichkeit abzielen – mit der Absicht der Prävention leberbedingter Krankheiten. (je)

Autoren: Zhong Q et al
Korrespondenz: Xian-Bo Wu; [email protected]
Studie: Frailty and risk of metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease and other chronic liver diseases
Quelle: J Hepatol 2025;82(3):427–437.
Web: https://doi.org/10.1016/j.jhep.2024.08.024