Gefragtes Wissen: Dänische Ärzte setzen beim Aufbau einer Gefäßbank auf Deutsche Expertise28. März 2019 In der Gefäßbank werden kardiovaskuläre Gefäße aufbereitet. Quelle: Jörg Scheibe/Klinikum Braunschweig Die Fachkenntnis stand ganz im Fokus: Eine Delegation von sieben Ärzten aus dem dänischen Odense besuchte am Mittwoch das Institut für Klinische Transfusionsmedizin am Städtischen Klinikum Braunschweig. Ziel der Mediziner war es, möglichst viel Wissen auf dem Gebiet der Gewebebank zu sammeln, um es dann sinnvoll in der dänischen Heimat einzusetzen. Ganz konkret ging es bei dem Treffen um die Gefäßbank, noch konkreter um die Aufbereitung von Venen und Arterien sowie deren Lagerung bis zur Transplantation. Experte auf diesem Gebiet ist Dr. Henk Garritsen, Chefarzt des Institutes für Klinische Transfusionsmedizin. „Wir freuen uns, dass wir mit unserer Arbeit Vorbild für andere sind und den Kollegen aus Dänemark praktisches Wissen und fundierte Erfahrungswerte mitgeben können“, so Garritsen. Die kardiovaskuläre Gewebebank am Städtischen Klinikum Braunschweig wird seit 2016 in Zusammenarbeit mit der Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie unter der Leitung von Chefarzt PD Dr. Wolfgang Harringer betrieben. Zudem ist die Gewebebank in Braunschweig eingebunden in das bundesweit tätige Gewebenetzwerk der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG). Die Koordinatoren der DGFG sind für die Realisierung der Spenden im Klinikum und an weiteren Standorten im Bundesgebiet zuständig. Vier Mitarbeiterinnen des Institutes für Klinische Transfusionsmedizin wiederum sind damit beschäftigt, Gefäße und Herzklappen aus der Gewebespende zu präparieren und zu kryokonservieren. Diese kardiovaskulären Gewebe werden Patientinnen und Patienten in Braunschweig und inzwischen auch im Rest der Bundesrepublik Tag und Nacht zur Verfügung gestellt. Die kardiovaskulären Gewebe sind in Deutschland als Arzneimittel definiert und müssen nach strengen Regularien verarbeitet werden. Dies geschieht im Reinraumzentrum (GMP-Zentrum) des Städtischen Klinikums. Da Dänemark momentan nicht über eine Bank für kardiovaskuläre Gewebe verfügt, haben die Mediziner aus Odense großes Interesse daran, von den Braunschweiger Expertinnen und Experten zu lernen. Der Kontakt kam über die DGFG zustande.
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